Wissenschaft im Anthropozän : Gewaltig wehrt sich der Boden

Erfordert der Klimawandel eine neue Beschreibung des Politischen? Bruno Latour bestimmt die Gegenwart als Ort einer neuen geo-sozialen Frage und spricht in Berlin über sein terrestrisches Manifest.
Im Zeitalter des Anthropozäns ist das Ende gekommen. Das „Ideal einer gemeinsam geteilten Welt gibt es nicht mehr“, die politische Philosophie hat ihre Sprache verloren, die Globalisierung erfährt eine negative Umkehrung, die Erde schlägt zurück. Das Anthropozän steht für eine (eher politisch als wissenschaftlich motivierte) Epochenbezeichnung, die davon ausgeht, dass Menschen seit einiger Zeit die ökologischen Prozesse der Erde erheblich beeinflussen – und dabei selbst zum Objekt werden, weil die Erde auf ihr Verhalten reagiert. Wie man sich mit Blick auf den Klimawandel denken kann, ist dieses Verhältnis zwischen Mensch und Erde aus Sicht seiner Kritiker in den vergangenen Jahren nicht gerade besser geworden. Stehen wir also kurz vorm Weltuntergang?





