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Hurrikan „Irma“ : Lebensmittel, Taschenlampen, Notstrom

„Irma“ bringt Wind und hohe Wellen an die Nordküste der Dominikanischen Republik. Bild: Reuters

„Vorbereitung ist alles“: Ein Hotelier und zwei deutsche Tauchlehrer erzählen, wie sie sich für die Ankunft von „Irma“ in der Dominikanischen Republik gewappnet haben.

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          Ben Brändle hat sein kleines Hotel Orchidee in Sousa an der Nordküste der Dominikanischen Republik so gut wie nur möglich gesichert. Bewegliche Gegenstände hat der Schweizer nach drinnen gebracht oder festgebunden. Er hat das Wasser aus dem Pool abgelassen und sogar das Straßenschild, das auf sein Hotel verweist, abmontiert. Den Gästen hat er empfohlen, im Hotel zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten.

          Julia Anton

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          „Vorbereitung ist alles“, so Brändle, der vor sieben Jahren in die Dominikanische Republik ausgewandert ist. Hurrikan „Irma“ ist für ihn eine Premiere: Für gewöhnlich ziehen Hurrikans südlich an der Insel vorbei. An diesem Freitag aber soll Rekordsturm „Irma“ auf die Dominikanische Republik treffen.

          „Nachts um halb drei Ortszeit hat es mit Sturm und Regen angefangen“, erzählt der Hotelier. „Dann war auch gleich der Strom weg.“ Brändle ist mit Batterien und einem Diesel-Notstromaggregat gegen Ausfälle gewappnet. Aber damit, dass der Strom so früh ausfällt, hat er nicht gerechnet. Morgens um halb acht waren schon die ersten Batterien leer, jetzt muss sich Brändle auf das Notstromaggregat verlassen. „Noch ist es nicht so schlimm draußen“, erzählt er am Telefon, „im Moment geht nur ein starker Wind.“ Die stärksten Ausläufer des Sturms werden gegen Mittag Ortszeit – am Abend mitteleuropäischer Zeit – an der Nordküste erwartet, am späten Abend soll alles vorbei sein. „Irma“ ist mit rund 300 Stundenkilometern der stärkste gemessene Sturm über den Atlantik.  Der Sturm hat schon mehrere Karibikinseln verwüstet und mindestens zehn Menschen das Leben gekostet.

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          Brändle hofft jetzt also auf das Beste. „Meine größte Sorge ist das Palmendach über dem Restaurant im zweiten Stock“, sagt er. Am Donnerstag hat er bereits ausreichend Wasser und Lebensmittel für seine acht Gäste eingekauft. Die Supermärkte hätten auf behördliche Anweisung schon früh geschlossen, erzählt er. Eigentlich hätte am Freitag ein neuer Gast eintreffen sollen, aber noch ist unklar, ob auf der Insel heute überhaupt Flieger landen werden. Früher abgereist sei aber niemand.

          Im Südosten der Insel ist das Schlimmste wohl schon vorbei

          Die Einheimischen hätten ihn wegen seiner Vorbereitungen etwas belächelt, so Brändle. „Die finden das nicht so schlimm. Die meisten wollen auch lieber zuhause bleiben als in eine Notunterkunft zu gehen, wegen Einbrechern.“ Davon abgesehen seien die Turnhallen, in denen man Zuflucht suchen könnte, auch nicht alle im besten Zustand. Informationen von den Behörden habe es kaum gegeben, ebenso wenig wie Evakuierungen. „An der Nordküste kennt man solche Stürme einfach nicht.“

          Anders als im Südosten der Insel. Die beiden Deutschen Iris und Mark betreiben dort im Ort Dominicus seit Jahren eine Tauchstation. Dort kommen öfter Hurrikan-Ausläufer an, aber nie in der Kategorie fünf. „Am Vortrag haben alle ihre Boote aus dem Wasser geholt, das haben wir noch nie erlebt“, schreibt das Paar auf WhatsApp. Ihr eigenes Boot, die „Bubble“, haben sie ebenfalls in Sicherheit gebracht, genauso wie ihr Equipment. Zuhause haben sie die Fenster gesichert. „Für alle Fälle haben wir Taschenlampen und Lebensmittel für drei Tage eingekauft.“

          Über eine Webcam an der Tauchstation können sie das Meer beobachten. „Die Wellen sind viel höher als sonst, normal ist das Wasser ganz ruhig.“ Jetzt warten sie ab, bei ihnen ist der Strom noch da. Das könnte so bleiben: Weil „Irma“ sich Richtung Norden bewegt, hoffen sie, dass das Schlimmste schon vorbei ist. „Nachts hat es gestürmt und geregnet, aber ich denke, wir haben hier Glück gehabt. Der Regen hat schon nachgelassen“, schreiben sie. Sobald das Meer sich beruhigt, wollen die beiden auch schon wieder tauchen gehen.

          Alle an Land: In der Bucht von Bayahibe haben die Besitzer ihre Boote am Donnerstag  vorsorglich aus dem Wasser geholt.

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