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Feuer in Australien : Massenevakuierung entlang der Südostküste

Ein Auto kämpft sich nahe Canberra durch den von den Feuern verursachten Smog Bild: Reuters

Die australische Marine schickt Landungsboote, Urlauber suchen nach Treibstoff und Wasser. Für Freitag werden neue gefährliche Feuersbrünste erwartet.

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          Entlang der Südostküste Australiens kommt die große Hilfs- und Evakuierungswelle für die Feueropfer ins Rollen. 17 Menschen gelten nach dem Feuerstürmen am Montag und Dienstag noch als vermisst, 18 verloren ihr Leben. Ministerpräsident Scott Morrison erklärte, er sehe kein Ende der Feuersbrünste voraus: „Anders als bei einer Überflutung, bei der sich das Wasser irgendwann zurückzieht, gehen Feuer weiter und sie werden weitergehen, bis wir starken Regen bekommen, der einige der Feuer löscht, die seit vielen, vielen Monaten brennen.“ Die Menschen in den betroffenen Gebieten sollten Geduld haben.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Zugleich ist die größte Evakuierung aus einem Urlaubsgebiet angerollt, die Australien je gesehen hat: Alle Feriengäste müssen ein Gebiet von mehr als 12.000 Quadratkilometern – knapp die Hälfte der Größe Belgiens – an der Küste um Batemans Bay in der Nähe der Hauptstadt Canberra bis an die Grenze Victorias sofort verlassen. Damit will sich die Regierung auf Freitag und Samstag vorbereiten, für die weitere Feuerstürme erwartet werden.

          Rennen gegen die Zeit

          Es ist ein Rennen gegen die Zeit: „Dort brennen immer noch so viele Feuer, und das sehr nah an den Siedlungen. Wir werden sie vor Samstag nicht eingrenzen können“, warnte Rob Rogers, der Stellvertretende Chef der Ländlichen Feuerwehr im Bundesstaat New South Wales.

          Längst sind auf den wenigen Straßen, die in die Feriengebiete führen und geöffnet sind, lange Staus von flüchtenden Urlaubern entstanden. Engpässe bilden die Tankstellen, weil jedermann versucht, den Tank noch aufzufüllen. Die Behörden erklärten, Tankwagen hätten über Nacht zusätzliche 60.000 Liter Treibstoff in die Region geliefert, um den Touristen die Flucht zu ermöglichen. Schlangen bildeten sich auch vor den Supermärkten, wo Menschen vor allem Wasser kaufen wollen. Bislang haben die Feuer in der Region fast 1.300 Häuser zerstört.

          Allein im Bundesstaat Victoria lodern weiterhin mehr als 50 Feuer. Für den Samstag werden neue Rekordtemperaturen von mehr als 44 Grad vorausgesagt. Victorias Ministerpräsident Daniel Andrews warnte am Donnerstag vor einem „Wettermuster mit riesigen Herausforderungen. Ich habe mit Blick auf Freitag und Samstag ernste Bedenken.”

          Rauch auch von Neuseeland aus zu erkennen

          Aus dem Ort Mallacoota, in dem sich rund 4.000 Menschen vor den Flammen an den Strand gerettet hatten, soll das Landungsschiff HMAS Choules am Freitagmorgen rund 800 Menschen bergen. Zudem warfen Hubschrauber Mobiltelefone ab.

          „Extreme Feuerbedingungen“ herrschen auch in Teilen von Westaustralien und Südaustralien. In der Hauptstadt Canberra ist die Sicht durch den Rauch von der Küste so schlecht, dass die Post ihre Auslieferungen eingestellt hat. Canberras Luftqualität war am Mittwoch die schlechteste der Welt für eine Großstadt. Der Rauchnebel über der Ostküste Australiens ist auch von der Südinsel Neuseelands aus zu erkennen. 

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