Ein Kontinent in Flammen : Die Wut und Angst der Australier

Eine solche Feuersbrunst hat Australien bislang noch nicht erlebt. Immer mehr Bürger machen den Klimawandel dafür verantwortlich. Die Regierung aber verschanzt sich – und will an ihrem Kohle-Kurs festhalten.
Während in Sydney das Großfeuerwerk zu Neujahr gezündet wurde, herrschte in vielen Landesteilen Australiens Angst, Verzweiflung, Wut. Denn am letzten Tag des Jahres hatten die Feuer gewütet wie nie zuvor. Die Kluft zwischen großen Teilen der Bevölkerung und Klimaaktivisten auf der einen und der Regierung auf der anderen Seite wird immer größer: Am Mittwoch, dem Neujahrstag, ließ sich Ministerpräsident Scott Morrison im Kirribilli House, seiner Amtsvilla in Sydney, sitzend inmitten erfolgreicher Cricket-Spieler fotografieren. Am Abend zuvor feierte er hier mit Freunden und Blick auf das Feuerwerk. Mehr als eine Viertelmillion Bürger hatten in einer Petition darum gebeten, das weltberühmte Spektakel abzusagen, das Geld dafür den Opfern der Brände zu spenden. Morrisons Verhalten heizt die Stimmung weiter an: Immer mehr Australier werfen dem Mann, der die Wahl im Mai damit gewonnen hatte, dem „stillen Australier“ eine Stimme zu verleihen, vor, die Katastrophe völlig zu unterschätzen, ja zu ignorieren.





