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Waldbrände in Griechenland : Feuer auf Insel Euböa weiter außer Kontrolle

Mit Löschflugzeugen versucht man auf Euböa der Flammen Heer zu werden. Ihr Einsatz ist wegen des Rauchs nur eingeschränkt möglich. Bild: dpa

Die Flammen auf Euböa haben sich bereits gefährlich nahe an mehrere Ortschaften heran gefressen, einige Dörfer müssen als Vorsichtsmaßnahme geräumt werden. Doch viele Einwohner wollen sich nicht ans Festland bringen lassen.

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          Während die Lage in den Bezirken nördlich der griechischen Hauptstadt Athen und auf der Peloponnes am Montag zumindest zeitweilig unter Kontrolle schien, brannten die Feuer besonders im Norden der Insel Euböa unvermindert weiter. Die Brände fraßen sich dabei gefährlich nahe an mehrere Ortschaften heran. Von den Flammen bedroht war zeitweilig unter anderem die Kleinstadt Istiea im äußersten Norden von Griechenlands zweitgrößter Insel. Die Feuerwehren konzentrierten dort viele Einsatzkräfte, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern. Vor anderen Ortschaften gelang es der Feuerwehr gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung, die Brände fernzuhalten. Doch immer wieder flammten, durch Winde entfacht, neue Feuer auf, auch in schwer zugänglichen Schluchten. Es wurden Bagger und anderes schweres Gerät eingesetzt, um in aller Eile Brandschneisen anzulegen.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Wie schon in den Vortagen mussten jedoch weitere Dörfer im Norden der Insel Euböa als Vorsichtsmaßnahme geräumt werden. Die Regierung stellte den Betroffenen Fähren als Übergangsunterkunft zur Verfügung. Viele Personen wollen sich nicht ans Festland bringen lassen, um nahe bei ihren Häusern sein zu können. Ein partieller Rückgang der Zahl der Brandherde ist vermutlich nur darauf zurückzuführen, dass es in den verkohlten Waldgebieten schlicht keine Nahrung mehr für neue Brände gibt. Andere neue Feuer, so auf Kreta und weiteren Inseln, konnten am Montag offenbar gelöscht werden, bevor sie außer Kontrolle gerieten.

          Nach Angaben der Behörden wurde der Einsatz von 17 zur Bekämpfung der Brände auf Euböa zur Verfügung stehenden Löschflugzeugen und entsprechenden Hubschraubern durch extreme Rauchentwicklung und die dadurch eingeschränkte Sicht stark behindert, teilweise sogar unmöglich gemacht. Insgesamt hat Griechenland nach Regierungsangaben für die diesjährige Waldbrandsaison 31 Löschflugzeuge für knapp 50 Millionen Euro gemietet. Das Land bekommt zudem Unterstützung von mehreren Hundert Feuerwehrleuten und anderem Personal aus mehr als zehn EU-Staaten sowie Ländern in der Region. Insgesamt sind Hilfskräfte aus 22 Staaten in Griechenland eingesetzt oder auf dem Weg dorthin, auch aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

          In der Türkei, Albanien, Nordmazedonien und Italien, wo ebenfalls Waldbrände wüten, sind schon Hilfskräfte aus dem Ausland unterstützend im Einsatz. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis bedankte sich bei allen Ländern, die seinem Land Unterstützung zukommen ließen, besonders auch bei Russland, da das russische Löschflugzeug Beriev Be-200 laut Berichten aus Griechenland einen maßgeblichen Beitrag zu der Waldbrandbekämpfung aus der Luft leistet. Die Regierung kündigte unterdessen weitere Hilfsmaßnahmen für die Opfer der Brände an. Sie sollen an diesem Dienstag im Detail vorgestellt werden. Außer kurzfristigen Geldzahlungen sollen dem Vernehmen nach auch Steuerzahlungen für Menschen ausgesetzt werden, deren Häuser verbrannten.

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