Kampf um die Corridas : Sind Stierkämpfe schützenswertes Kulturgut?

Hunderte von Kampfstieren ließen Züchter schon notschlachten, doch dem spanischen Kulturminister waren die Corridas keine Erwähnung wert, als es um den Corona-Rettungsplan ging. Ein Kulturkampf ist entbrannt.
Es herrscht Stille hinter der hohen Backsteinfassade. Für mehr als 23.000 Zuschauer ist in Las Ventas Platz, der größten spanischen Stierkampfarena in Spanien und einer der größten der Welt. Normalerweise wäre es am vergangenen Wochenende schwer gewesen, in dem roten Koloss im Neomudéjar-Stil noch eine Eintrittskarte zu bekommen. Die Feria de San Isidro, das Fest des Madrider Stadtheiligen, markiert in der Hauptstadt im Mai den Beginn der Stierkampfsaison. „Wir werden bald zurück sein, spätestens im Juli“, sagt Chapu Apaolaza mit trotziger Zuversicht. Die Verluste, die das Coronavirus den spanischen Toreros zugefügt haben, sind schmerzhaft, aber der Sprecher der Stiftung für die Förderung des Stierkampfs (FTL) bleibt angriffslustig. „Eine Narbe wird bleiben, aber der Höhepunkt steht erst im Sommer bevor“, sagt Chapu Apaolaza. Hunderte Corridas wurden in Spanien schon abgesagt, darunter die Feria de April in Sevilla und die Stierhatz in Pamplona Anfang Juli.
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