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Herzblatt-Geschichten : Ein kleiner Dingsda

Wer würde sich da nicht freuen? „Schweini“ hat seine Eier wiedergefunden Bild: AFP

Schweinsteiger macht sich mit einem einzigen Satz unsterblich. Marilyn Mansons Katze ist cleverer als viele Menschen. Sylvie van der Vaart verstellt sich künstlich. Und Pamela Anderson macht Sigmund Freud Konkurrenz.

          Wer sich ja diese Woche unsterblich gemacht hat, das ist Bastian Schweinsteiger. Klar, wegen seines Elfmeters natürlich, mehr noch aber wegen eines Satzes, mit dem er das Wechselbad seiner Gefühle beim Spiel gegen Madrid beschrieb. Einer aus der Generation Beckenbauer hätte da vielleicht gesagt, ihm sei das Herz in die Hose gerutscht. Bei Schweinsteiger hingegen muss selbst in der Hose ein Loch gewesen sein: „Auf dem Weg zum Elfmeter“, zitiert Bild seine Worte nach dem Spiel, „hab ich meine Eier kurz verloren, aber dann rechtzeitig wiedergefunden.“ Seltsam, dass Abermillionen Zuschauer von der dramatischen Suchaktion nichts mitbekamen. Seinen Spitznamen Schweini, schätzen wir mal, wird der Bayern-Spieler mit solchen Bonmots kaum loswerden.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ohnehin ein heikles Kapitel: Spitznamen. Der Bild-Zeitung hat Sabine Christiansen, 54, verraten, dass sie ihren Gatten Norbert Medus, 59, „liebevoll ,Norbärchen‘ nennt“. Und nicht nur das: „Er schreibt mir jeden Tag Liebesnachrichten.“ Dürfen wir uns das so vorstellen wie einst den Nachrichtenblock der von Christiansen moderierten „Tagesthemen“? „Paris. Norbärchen Medus hat seiner Gattin Sabinchen Christiansen heute zärtlich am Ohrläppchen geknabbert.“

          Ein nicht minder possierliches Paar: Rockstar Marilyn Manson und Lilly - seine Katze. „Ich liebe sie und habe kein Problem damit, das zuzugeben“, lässt Manson In wissen. „Sie ist cleverer als viele Menschen, die ich kenne, weil sie nicht vorgibt, etwas zu sein, was sie nicht ist.“ Ganz anders also auch als Brian Hugh Warner, der sich Marilyn Manson nennt.

          Jessica Schwarz in der Tüte

          Nicht ganz so clever kommt laut In auch die „Let’s Dance“-Moderatorin Sylvie van der Vaart rüber. Neben der Jurorin „Motsi“ Mabuse wirke sie, „als würde sie sich künstlich verstellen“, kritisiert das Blatt, ohne freilich Frau van der Vaart zu raten, sich besser natürlich zu verstellen. Auf ihrer Titelseite gibt sich In überzeugt, dass sich Sylvie „vor Motsi fürchten muss“; dabei trägt Mabuse anders als ihr berühmter Namensvetter gar keinen Doktortitel.

          Versteht sich gut mit seiner Katze: Marilyn Manson Bilderstrecke

          Motsi aber will Sylvie gar nicht aus dem Weg räumen, sondern zielt auf eine Vorabend-Talkshow: „Mit Themen, die uns Frauen wirklich angehen. Zum Beispiel: Abnehmen, Klamotten, und, und, und.“ Wobei „und, und, und“ vermutlich für Kinder, Küche und Kirche steht. Wünschen wir Frau Mabuse dennoch, dass ihr Traum von einer Klamotten-Abnehm-Show bald in Erfüllung geht.

          Eine solche hat, ganz privat, Schauspielerin Jessica Schwarz geliefert, als sie sich nachts, wie sie Gala beichtet, „splitternackt“ aus dem Hotelzimmer aussperrte. Gottlob lag in einer Truhe „eine Plastiktüte, da habe ich zwei Löcher reingemacht, sie mir angezogen und bin los zur Rezeption“. Die Kollegen der taz haben zu Recht darauf hingewiesen, dass völlig unklar bleibt, wo genau die beiden Löcher waren und wieso es gerade zwei waren. Auch wir haben ausgiebig versucht, uns die Sache bildlich vorzustellen. Die Lösung dürfte in der Größe der Tüte liegen: Sollte jene sehr klein gewesen sein, dann konnte die Schauspielerin sie sich tatsächlich allenfalls über den Kopf ziehen und Löcher für die Augen reinmachen. Wäre nett, wenn Jessica Schwarz hier rasch für lückenlose Aufklärung sorgen könnte.

          Betrunkene Bären

          Kollegin Pamela Anderson wiederum analysiert in Bunte, was König Juan Carlos geritten hat, auf Safari Elefanten abzuknallen: „Wahrscheinlich denkt er: Ich habe einen kleinen Dingsda, da brauche ich ein großes Gewehr.“ Und selbst Norbert Loh, Hofberichterstatter der Aktuellen, kündigt dem König mit einem „Schämen Sie sich, Majestät!“ die Freundschaft und enthüllt weitere Greueltaten: „Vor sechs Jahren hat er in einem Wald bei Moskau einen betrunkenen (!) Bären abgeschossen. Dem armen Tier wurden zuvor Honig und Wodka eingeflößt.“ Gattin Sofia hingegen, schreibt Die Aktuelle, „ist Tierfreundin - sie weint!“ Dabei weint die Königin auf dem dazugestellten Foto gar nicht, sondern „schmust mit einem kleinen Panda-Bären“. Unklar bleibt, ob auch dieses Tier getrunken hat.

          Wilde Zeiten hat auch Angela Merkel hinter sich: Sie ist „mal aus einem Boot gekippt“, als sie bei der Abiturfeier zu viel Kirsch-Whisky trank. Das, schreibt Das neue Blatt, hat sie „in einem jetzt wiederentdeckten Interview zugegeben“. Genaugenommen, handelt es sich um ein Spiegel-Special-Interview mit Merkel von 1994. „Jetzt wiederentdeckt“ klingt aber so, als hätten die Archäologen des Neuen Blatts bei aufwendigen Grabungsarbeiten verschollene Schrifttafeln ans Licht befördert. In diesem Fall haben sie noch mal Glück gehabt, sie hätten ja auch andere Dinge finden können. Zum Beispiel solche, die Bastian Schweinsteiger verloren hat.

          Und übrigens, Bunte: Nie, nie wieder werden wir uns nach deinem Horoskop für uns richten. „Eine Wanne voll Schaum und Musik - das macht Sie glücklich“, stand dort, und nachdem wir erst nicht wussten, wie man Musik in eine Wanne kriegt, haben wir unsere Lieblings-CDs ins Wasser gekippt. Hinterher sind wir dann ausgesprochen unglücklich gewesen.

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