Die letzten Kirmesboxer : Kommen Sie! Schlagen Sie!

Charley Schultz besitzt eine von nur noch zwei Boxbuden in ganz Deutschland. Der Ex-Profi muss gegen Achterbahnen anreden - und gegen die moderne Welt. Denn warum sollten Leute heute noch einen Kirmesboxer sehen wollen?
Ein Opfer muss her. Ein Freiwilliger. Bloß nicht der Typ, der seit zehn Minuten von einem Bein aufs andere wackelt und die Fäuste schwingt. Betrunkene machen bloß Ärger. Karl-Heinz Schultz, den alle nur Charly nennen, steht auf der Bühne, ein sonnenrotes Gesicht unter schwarzem Bandana, und späht sieben Treppenstufen hinunter ins Publikum. Über ihm blinken LED-Lichter, hinter ihm trennt der schwarzrote Vorhang die Bühne vom Zelt mit dem Ring. Ganz vorne in der Menge steht ein Mann in den Vierzigern, mit Brille. Charly greift sich das Mikro, das mit einem Spucktuch umwickelt ist: „Was ist mit Ihnen? Boxen? Trauen Sie es sich zu?“ „Nein“, sagt der Mann mit Brille. „Sehe ich auch so“, sagt Charly.





