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Film „Bohemian Rhapsody“ : Die Wiedergeburt des Freddie Mercury

Legendärer Live-Aid-Auftritt: Rami Malek gibt in „Bohemian Rhaspody“ einen furiosen Mercury. Bild: Twentieth Century Fox of Germany

Ein schüchterner Mensch, der auf der Bühne explodierte: Wie Rami Malek es erlebt hat, im Film „Bohemian Rhapsody“ den legendären Queen-Sänger zu spielen.

          7 Min.

          Als Green Day im Juli 2017 im Londoner Hyde Park spielen sollten, warteten 65 000 Menschen auf die Punkband; das Wetter war gut, die Stimmung ausgelassen. Und während die Roadies noch letzte Vorbereitungen trafen, erscholl schon Musik durch die Lautsprecher. Es war „Bohemian Rhapsody“, der berühmte Queen-Song von 1975, der an diesem Tag die Massen zusammenführte – noch bevor Green Day es tun konnten. Die Musik wehte durch den Hyde Park und mit ihr die Stimmen Zehntausender Besucher: Sie sangen im Chor. Nun weiß jeder, der das immerhin sechs Minuten währende Stück kennt, dass dessen Text nicht gerade unkompliziert ist. Doch die Green-Day-Fans kannten ihn auswendig, jedes einzelne „Galileo!“. Und sangen das Lied von Anfang bis Ende.

          Johanna Dürrholz
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Es war die Band selbst, Green Day, die ein Video davon auf ihrem Youtube-Kanal hochlud, das inzwischen über 14 Millionen Mal aufgerufen wurde. Es ist berührend zu sehen, wie ein Lied, das mehr als vierzig Jahre alt ist, das zwar eingängig, aber alles andere als eintönig oder auch nur einfach zu merken ist, noch immer in den Köpfen so vieler Menschen fest verankert ist, zum Repertoire so vieler Musikliebhaber zu gehören scheint. Es ist aber auch berührend zu sehen, dass die Musik einer Band, ohne Frage eine der größten Rockbands überhaupt, aber eben auch doch nur eine Band, so sehr die Zeiten überdauert.

          Dabei ist es nicht überraschend, dass ausgerechnet „Bohemian Rhapsody“ der Song ist, der die Massen zum Singen und ins Schwelgen bringt. Nicht zum ersten Mal bescherte er Queen und dem Erbe der Band ein Comeback. Nach dem Tod des Sängers Freddie Mercury 1991 stieg der Song zum zweiten Mal in die Top Ten der Charts. Dank Mike Myers’ Komödie „Wayne’s World” wurde der Song 1992 in Amerika noch einmal populär. Und jetzt heißt eben auch der Kinofilm, der den Künstler Mercury würdigt, „Bohemian Rhapsody”.

          „Freddie war einfach ein wunderschöner Mensch“

          Im Soho House in Berlin kann man ihn treffen, den Mann, der Freddie Mercury hat wiederauferstehen lassen. Rami Malek ist ein drahtiger, schmaler Mann von ähnlicher Statur wie Mercury (obwohl gleich zu Beginn der Dreharbeiten von Fans moniert wurde, Malek sei womöglich zu dünn), der in seinen gutsitzenden Hemden auf vielen Fotos selbst aussieht wie ein Rockstar, aber stets wie einer, der dafür gewappnet ist, seine zukünftige Schwiegermutter kennenzulernen. An diesem Herbstnachmittag trägt er ein T-Shirt und schaut oft lange und nachdenklich in die Ferne, bevor er Dinge sagt wie: „Freddie war einfach ein wunderschöner Mensch. Ich will eigentlich noch nicht einmal ,Mann‘ sagen, er war eine außerweltliche Kreatur.“

          Das ist natürlich nicht ganz die nötige Distanz für ein kritisches Gespräch über Mercurys Exzesse, Drogenkonsum, seine divenhaften Exzentrizitäten und Ausfälle. Malek gibt einen furiosen Mercury; erst einen flamboyanten frühen Freddie, der mit langen Haaren, Pelz und klobigen Silberringen gut in das Underground-London der Siebziger passt, später dann den Macho-Mercury, mit kurzen Haaren, Schnurrbart, Bauarbeiter-Look. Dabei war der feminine Früh-Mercury für Malek leichter zu spielen: „Das hat sehr viel mehr Spaß gemacht, ich konnte mich richtig austoben.“

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