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„Ehrenmord“ in Berlin : Wenn die Familie tötet

Spurensuche im Fall Maryam H.: Ermittler sichern Beweismaterial in Berlin. Bild: Dominik Totaro

Ein Mordfall erschüttert Berlin: Zwei afghanische Brüder sollen ihre Schwester umgebracht haben. Während die Politik um Begriffe streitet, fordern Fachleute mehr Männerarbeit in der Flüchtlingshilfe.

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          In der Woche nachdem die Leiche von Maryam H. gefunden worden war, sagen Leute, die sie kannten, die 34 Jahre alte Afghanin habe in zwei Welten gelebt.

          Julia Schaaf
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sie sei eine Hübsche gewesen, sagen die Leute dann. Eine Temperamentvolle, die sich die Butter nicht vom Brot nehmen ließ und zunehmend selbstbewusst, klar, geradezu kämpferisch auftreten konnte. Die junge Frau, die 2015 mit ihrem Ehemann und den beiden Kindern aus Afghanistan geflüchtet war, hatte es geschafft, sich von dem gewalttätigen Partner zu trennen; der Mann wurde mit einem Annäherungsverbot belegt. Einige Zeit nach der Scheidung zogen Maryam H. und die Kinder im Sommer 2019 in eine Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Lichtenberg: ein kleines Apartment, zwei Zimmer mit integrierter Küche und eigenem Bad, ein Versprechen auf mehr Autonomie. Maryam H. besuchte einen Deutschkurs, die Kinder stabilisierten sich, die zunächst benötigte Familienhilfe lief aus.

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