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Spritzen-Phobie : „Manche denken, sie müssten sterben“

Blut-Spritzen-Verletzungs-Phobie: Was für die meisten Patienten nur ein unangenehmer Pieks ist, führt bei manchen zu schlimmen Panikattacken. Bild: Imago

Seit März 2021 therapiert die Psychiaterin Angelika Erhardt Menschen, die unter krankhafter Angst vor Blut und Spritzen leiden. Ein Interview über das „Angst­gedächtnis“, Therapiemöglichkeiten und den Wunsch nach einer Corona-Impfung.

          4 Min.

          Frau Professor Erhardt, Sie leiten die Ambulanz für Psychiatrie und Psycho­therapie am Münchner Max-Planck-Institut für Psychotherapie. Seit März therapieren Sie dort Menschen, die unter einer Blut-Spritzen-Verletzungs-Phobie leiden. Kommen auch Menschen zu Ihnen, die sich gegen Corona impfen lassen wollen, aber zu große Angst vor der Spritze haben?

          Karin Truscheit
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Ja, für ungefähr die Hälfte der Patienten war das bislang der Grund, unser Kurzzeitprogramm zu absolvieren. Denn wir wollten mit unserem Angebot gerade auch für Patienten mit Angsterkrankungen eine Möglichkeit schaffen, sich impfen zu können. Manche kommen auch nach der ersten Impfung zu uns: Diese haben sie mit Müh und Not noch geschafft, doch vor der zweiten Impfung ist die Angst so groß, dass sie den Termin nicht wahrnehmen konnten.

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