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Brandanschlag in München : Verlorene Spuren

  • -Aktualisiert am

13. Februar 1970: Bei dem antisemitischen Anschlag in München kommen sieben Menschen ums Leben. Bild: Picture-Alliance

Zum 50. Mal jährt sich der Brandanschlag auf das Haus der Israelitischen Kultusgemeinde in München. Die Umstände der Tat sind bis heute ungeklärt.

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          Das Attentat auf die Mannschaft Israels während der Olympischen Spiele 1972 in München hat sich tief ins Gedächtnis der Stadt, des Landes eingegraben. Das könnte ein Grund sein, warum ein für viele jüdische Mitbürger traumatisches Ereignis von 1970, das sich nun zum 50. Mal jährt, in der kollektiven Erinnerung verblasst ist.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Es trug sich zu an einem Februarfreitag, dem 13., im Haus der Israelitischen Kultusgemeinde in der Reichenbachstraße 27 unweit des Gärtnerplatzes und der Hauptfeuerwache. In dem Gemeindehaus waren ein Kindergarten untergebracht, ein Restaurant, Büroräume der Gemeinde. Außerdem Wohnungen, in denen ältere Leute lebten, aber auch Studenten. Auf der hinteren Seite des Grundstücks befand sich eine Synagoge. Nach Angaben des Politikwissenschaftlers Wolfgang Kraushaar hielten sich an dem Tag 26 Personen in dem Haus auf. Von ihm stammt die einzige umfangreiche Aufarbeitung der Ereignisse jenes Tages, das Buch „,Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?‘ München 1970: Über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus“.

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