United Internet hat kein Interesse mehr an Freenet-DSL - angeblich
United Internet hat bereits im Oktober sein Angebot für die DSL-Sparte von Freenet zurückgezogen. Das Ende der Schlammschlacht ist damit aber leider noch nicht erreicht.
United Internet hat bereits im Oktober sein Angebot für die DSL-Sparte von Freenet zurückgezogen. Das Ende der Schlammschlacht ist damit aber leider noch nicht erreicht.
Das Wachstum auf dem DSL-Markt geht zurück, aber die Wechselfreude der Verbraucher wächst. Gleichzeitig werden die Kabelnetzbetreiber als Konkurrenten immer stärker. Den erfolgsverwöhnten DSL-Anbietern stehen harte Zeiten bevor; eine Konsolidierung könnte auf drei, maximal vier Unternehmen hinauslaufen.
Hohe Abschreibungen, nur 20000 neue DSL-Kunden, Verlust und abermalige Prognosesenkung: United Internet muss das schlechteste Quartal seit Jahren hinnehmen. Ist die Wachstumsstory am Ende? Wie sehr belastet die Konjunktur das Unternehmen?
Nach der gescheiterten Freenet-Übernahme kann sich United Internet nun wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren. Dort gibt es genug zu tun: Das DSL-Geschäft schwächt sich ab. Statt der von Analysten erwarteten 85.000 DSL-Kunden legte United Internet im zweiten Quartal nur um 60.000 Kunden zu. [UPDATE: Spin-Doktor Hering Schuppener soll es richten]
Auf der Freenet-Hauptversammlung geht es heute ums Ganze: Die Großaktionäre United Internet und Drillisch wollen den Aufsichtsrat abwählen lassen, den Vorstandschef stürzen und Freenet anschließend unter sich aufteilen. AR-Chef Helmut Thoma und Vorstandschef Eckkard Spoerr wollen den Angriff abwehren. Ein Live-Bericht.
Stephan Howaldt heißt der Mann, der über das Schicksal von Freenet entscheiden wird. Der Deutschland-Chef des britischen Investmentfonds Hermes verfügt über gut 5 Prozent der Anteile an Freenet. Im Moment sieht es so aus, als habe er sich für Freenet entschieden.
Kurz vor der Hauptversammlung von Freenet hat Drillisch weitere Anteile an Freenet erworben. Auch vier Finanzinvestoren haben zugekauft, die möglicherweise dem UI/Drillisch-Lager zugeordnet werden können. Der große Showdown auf der HV wird immer spannender.
Im Interesse aller Freenet-Aktionäre will United Internet die Debitel-Übernahme verhindern. Per einstweiliger Verfügung soll die Ausgabe neuer Aktien an Permira verhindert werden. Die große Abrechnung soll dann auf der Hauptversammlung erfolgen.
Obwohl United Internet am Sonntag noch einmal den Druck auf Freenet erhöht hat, stimmte Spoerrs Aufsichtsrat dem Debitel-Kauf zu. Zuvor hatte United Internet in einem neuen Breif geschrieben, 58 Prozent des Grundkapitals seien für den Verkauf an United Internet.
Ralph Dommermuth hat Eckhard Spoerr wieder einen Brief geschrieben. Darin wirft er Spoerr vor, die wirtschaftliche Lage von Freenet zu verschleiern.
Die Kampfhähne Ralph Dommermuth und Eckhard Spoerr tragen ihren Zwist nun mittels "offener Briefe" aus. Offenbar hat Spoerr jetzt die besseren Karten. Vielleicht ist der "Taktiker" Dommermuth einfach zu ehrlich für den "Trickser" Spoerr.
Ralph Dommermuth kündigt dem Debitel-Großaktionär Permira ungemütliche Zeiten in Deutschland an, wenn er ihm bei Freenet zuvorkommt. Freenet schlägt zurück: Wir lassen uns nicht drohen. 12,80 Euro je Aktie seien überdies keine ernsthafte Handlungsoption.
United Internet hat Morgan Stanley beauftragt, einen Käufer für seine Werbetochter Adlink zu suchen. Bisher hat sich aber noch niemand gefunden, der einen dreistelligen Millionenbetrag für Adlink zahlen will.
Eckhard Spoerr geht auf Ralph Dommermuth los. Die Art, wie Dommermuth den Freenet-Kurs bewusst beeinflusst habe, sei hoch bedenklich und enttäuschend. United Internet habe nicht die finanziellen Mittel, um Freenet zu übernehmen.
Schon drei Mal hat es United Internet geschafft, den Kurs von Freenet herunter zu reden, um das Unternehmen billiger zu machen.
United Internet und die Samwer-Brüder wollen gemeinsam Unternehmen finanzieren, die über die Frühphase bereits hinaus sind.
"Ich beschäftige mich zur Zeit nicht mit Freenet", sagt United-Internet-Chef Dommermuth. Das demonstrative Desinteresse, auch an den 3 Milliarden Euro hohen Verlustvorträgen, wird den Verkaufspreis senken.