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Neues Sparkassen-Konzept : Mit den Lochis gegen den Kundenschwund

Unglaublich beliebt bei der jungen Zielgruppe: Heiko und Roman Lochmann, besser bekannt als „Die Lochis“, posieren in Düsseldorf. Bild: Imago

Apple, Number 26 und Paypal jagen den Banken potentielle junge Kunden ab. Die Sparkassen halten mit Youtube-Sternchen und Pokémons dagegen. Ist das sinnvoll?

          3 Min.

          „Hi, wir sind die Lochis“, grüßen Roman und Heiko Lochmann in einem Werbespot für die Sparkassen Finanzgruppe Hessen-Thüringen die Zuschauer. Sie boxen sich, während sie ihre Namen sagen, betont locker in die Seiten. Die Sparkassen versuchen mit den beiden 17-jährigen Internet-Bekanntheiten, junge Kunden zu gewinnen.

          Franz Nestler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Vorjahr blödelte sich das Fernseh-Duo Joko & Klaas durch die Welt. Das Ziel ist offensichtlich: Jung zu wirken und cool zu sein – denn da hat die Sparkasse noch Nachholbedarf. Beim Markenimage und Kundenorientierung nehmen die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute ja bereits regelmäßig Spitzenpositionen ein. Und womit sollten die Sparkassen auch werben?

          Mit nahezu Nullzinsen lässt sich schlechter Begeisterung entfachen als für junge, hippe Bekanntheiten. Gegenüber dem Fachmagazin „Werben & Verkaufen“ klingt das von der Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen so: „Das Thema Banken und Finanzen wirkt für Jugendliche zunächst eher weniger interessant, was wir mit dieser Influencer-Kampagne jedoch grundlegend ändern.“

          Gewollt cool sein - kann das funktionieren?

          Ob das klappt? Zwar haben die Lochis allein auf Youtube mehr als 2 Millionen Abonnenten. Aber was bei den Lochis locker wirken soll, zeigt viel mehr, was für schlechte Schauspieler sie sind, und ist ein Paradebeispiel dafür, wie verkrampft Jugendliche wirken können, wenn sie cool wirken wollen.

          Neben der schlechten schauspielerischen Leistung macht neue Konkurrenz aus dem Internet nicht nur den Sparkassen das Leben schwer: Apple führt das eigene Bezahlsystem nach und nach auch in Europa ein, Internetbanken wie Number 26 wirken auch ohne Lochis und Joko & Klaas frischer, und der neue deutsche Zahlungsdienstleister Paydirekt wird dem amerikanischen Markthirsch Paypal wohl auch in den nächsten Jahren kaum gefährlich werden.

          Die Sparkassen sind dabei noch sehr solide aufgestellt, auch wenn sich der Konsolidierungskurs bemerkbar macht: Im Jahr 2015 gab es lediglich 11459 Zweigstellen von 413 Sparkasseninstituten. Anfang der 90er waren es noch 19500 Zweigstellen bei über 700 Instituten.

          Junge Menschen haben Geld

          Mit 94 Millionen Girokonten gibt es 1,7 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Die Kunden der Sparkassen sind im besten Sinne des Wortes durchschnittlich: Die Sparkassenkunden entsprechen ziemlich genau dem Durchschnitt der Bevölkerung, wie eine Befragung der Arbeitsgemeinschaft Verbrauchs- und Medienanalyse ergab.

          Warum nun genau bemühen sich die Sparkassen, dass die Kinder und Jugendlichen ihr Geld nicht mehr in buntbemalte Sparschweine stecken, sondern in die kalten Tresorräume der Banken? Die Antwort ist so einfach wie naheliegend: Weil die jungen Menschen Geld haben.

          Selbst Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Jahren bekommen im Schnitt etwa 26 Euro Taschengeld im Monat, dazu kommen noch einmal Geldgeschenke in Höhe von etwa 170 Euro, wie eine Befragung des Ehapa-Verlages ergab. Insgesamt sollen 5 Milliarden Euro auf ihren Sparbüchern liegen. Schon jetzt haben mehr als 2 Millionen unter 16-Jährige ein Konto bei der Sparkasse.

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