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Trotz Protesten : Alibaba zieht Börsengang in Hongkong durch

  • -Aktualisiert am

Mitarbeiter von Alibaba am Hauptsitz im chinesischen Hangzhou Bild: Reuters

Der chinesische Internetkonzern will 12,9 Milliarden Dollar in Hongkong einsammeln, obwohl dort Proteste gegen China toben. Die Entscheidung könnte auch mit politischem Druck aus Peking zu tun haben.

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          Der chinesische Internetkonzern Alibaba hat am Mittwoch angekündigt, zu welchem Preis er seine für den Handel an der Hongkonger Börse bestimmten Aktien an Investoren verkaufen will. Alibaba ist seit dem Jahr 2014 an der New Yorker Börse notiert und will sich nun zusätzlich in Hongkong listen lassen, obwohl dort die Proteste gegen den wachsenden Einfluss Pekings eskaliert sind. Alibaba verlangt einen festen Preis von umgerechnet 22,49 Dollar je Aktie.

          Mark Fehr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Gemessen am Anteil am Unternehmenskapital zahlen Investoren in Hongkong etwas weniger als die Anteile Tag zuvor in New York wert waren. Ein solcher „Rabatt“ ist üblich im Fall von Zweit-Listings. Ausgegeben werden 500 Millionen Aktien. Wenn die Nachfrage es verlangt, können darüber hinaus 75 Millionen zusätzliche Aktien verkauft werden.

          Insgesamt könnte der Börsengang bis zu 12,9 Milliarden Dollar einbringen. Der Handel soll am 26. November starten. Das Emissionsvolumen wäre damit ungefähr halb so groß, wie die mehr als 25 Milliarden Dollar, die der saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco derzeit mit seinem geplanten Mega-Börsengang einsammeln will. Saudi Aramco könnte damit den Rekord knapp überflügeln, den Alibaba mit seinem ersten Börsengang im Jahr 2014 in New York aufgestellt hatte. Alibaba kassierte damals mit dem bisher größten Börsengang aller Zeiten 25 Milliarden Dollar.

          Der Konkurrent des amerikanischen Digitalkonzerns Amazon will das in Hongkong eingenommene Geld in langfristige Investitionen stecken, um die Zahl seiner Nutzer zu erhöhen. Zudem sollen Unternehmen, die Alibabas Plattformen nutzen, um Waren anzubieten und zu versenden, bei der weiteren Digitalisierung ihrer Geschäfte unterstützt werden.

          ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8

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          Alibaba hat nicht nur vom Boom des Online-Handels in China profitiert, sondern auch weitere digitale Geschäftsmodelle aufgebaut, wie den international verbreiteten Bezahldienst Alipay. Den benutzen auch Kaufhäuser und Luxusläden in Europa, um chinesische Touristen und Geschäftsleute bedienen zu können.

          Für Investoren könnte jedoch zum Problem werden, dass die Kommunistische Partei Chinas immer stärker in die Unternehmen des Landes hineinregiert, weil sie wohl deren Macht fürchtet. So dürfte der Abgang des Alibaba-Gründers Jack Ma politisch forciert worden sein. Auch die wachsenden Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten könnten sich negativ auf Alibaba auswirken. So könnte Amerika chinesische Unternehmen sanktionieren, die amerikanische Börsen nutzen.

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