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Marktbericht : Jemen belastet Dax am Ende nur leicht

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Schiitische Huthi-Rebellen in Sana’a, Jemen Bild: dpa

Die militärische Intervention Saudi-Arabiens im benachbarten Jemen hat am Donnerstag für Unruhe an den internationalen Finanzmärkten gesorgt. Zum Handelsschluss erholte sich der deutsche Leitindex Dax aber wieder.

          Die Eskalation des Konflikts im Jemen hat den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag weiter ins Minus gedrückt. Der Dax reduzierte seine anfänglich hohen Verluste von rund 2 Prozent am Nachmittag aber deutlich, nachdem die amerikanischen Börsen sich etwas von ihren Tiefstständen erholt hatten. Am Ende stand bei dem deutschen Leitindex noch ein Abschlag von 0,2 Prozent auf 11.843,7 Punkte zu Buche. Der M-Dax der mittelgroßen Konzerne gab um 0,7 Prozent auf 20.533,9 Punkte nach und der Technologiewerte-Index Tec-Dax büßte 1,8 Prozent auf 1581,1 Punkte ein.

          Nach dem Vormarsch schiitischer Huthi-Rebellen bis in den Süden des Jemens hatten Saudi-Arabien und seine arabischen Verbündeten mit Luftschlägen in den blutigen Konflikt eingegriffen. Das Bündnis unterstützt Jemens Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi, der vor den Rebellen geflohen war. Der Iran verurteilte das militärische Eingreifen, während die Vereinigten Staaten Saudi-Arabien und seinen Verbündeten logistische und geheimdienstliche Unterstützung gewähren.

          Risikobereitschaft lässt nach

          Die Risikobereitschaft der Investoren habe mit Blick auf die Auseinandersetzung in der ölreichen Golfregion nachgelassen, sagte Analyst Markus Huber vom Wertpapierhändler Peregrine & Black.

          Angesichts dieser politischen Risiken hatten auch positive Konjunkturdaten die Stimmung der Anleger nicht aufgehellt. So sorgt ein Mix aus günstigen Energiepreisen, robustem Arbeitsmarkt und Mini-Zinsen für immer mehr Kauflaune in Deutschland. Der vom Marktforschungsinstitut GfK für April ermittelte Indikator legte erneut spürbar zu.

          Lufthansa am Dax-Ende

          Mit Blick auf die Einzelwerte weiteten die Papiere der Lufthansa ihre jüngsten Kursverluste aus. Sie gaben am Dax-Ende um 2,9 Prozent auf 12,985 Euro nach. Bereits am Vortag hatte der Absturz eines Airbus der Tochter Germanwings die Aktien der Fluggesellschaft belastet. Hinzu kommt nun der infolge der angespannten politischen Lage in Nahost deutlich gestiegene Ölpreis.

          Der zuletzt immer weiter hinter die Konkurrenz zurückgefallene Sportartikelhersteller Adidas konnte die Anleger mit dem Versprechen gewinnen, Marktanteile zurück zu erobern. Die Adidas-Aktien schlossen 0,8 Prozent höher.

          Morphosys und SMA Solar brechen ein

          Im Tec-Dax sackten die Aktien des Solartechnikherstellers SMA Solar um mehr als 10 Prozent ab. Zwar will das Unternehmen 2016 wieder profitabel werden. Noch sei aber keine Besserung in Sicht, sagte ein Händler. Am Index-Ende brachen Morphosys-Papiere um mehr als 20 Prozent ein. Das Biotechnologieunternehmen hatte eine lukrative Entwicklungs-Kooperation verloren.

          Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,4 Prozent auf 3669,8 Punkte. Auch der CAC 40 in Paris gab leicht nach, während der FTSE 100 in London mehr als 1 Prozent verlor. Der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial bewegte sich zum europäischen Börsenschluss kaum vom Fleck.

          Eurokurs gibt nach

          Die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere sank von 0,16 Prozent am Vortag auf 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,43 Prozent auf 140,41 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,15 Prozent auf 158,40 Punkte. Der Kurs des Euro gab nach und stand zuletzt bei 1,0920 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0973 (Mittwoch: 1,0985) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9113 (0,9103) Euro.

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