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Technische Analyse : Die Verkaufsliste wird länger

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An den weltweiten Börsen bleibt es nach wie vor unruhig. Bild: dpa

Diverse Titel aus dem Euro Stoxx 50 bieten sich für den Tausch oder Verkauf an. Im Fokus stehen unter anderem die Versorger-Aktien.

          Die europäischen Aktienmärkte befinden sich seit Anfang April 2015 in technischen Korrekturen, wobei es besonders im August zu einer deutlichen Korrekturbeschleunigung gekommen war. Neun Aktien aus dem Euro Stoxx 50 begleiten diese Entwicklung mit einer schlechten technischen Lage beziehungsweise mit einer neu aufgetretenen grundlegenden, mittelfristigen technischen Eintrübung. Bei diesen Werten sollte die aktuell laufende Kurserholung an den europäischen Aktienmärkten zu technischen Verkäufen oder Tauschoperationen genutzt werden. Bei den neun Werten auf der Liste für technische Verkäufe handelt es sich neben den „Dauergästen“ Eon und RWE (Index-Entnahme am 18. September zum Schlusskurs) noch um die spanischen Werte BBVA, Santander sowie Repsol, die ebenfalls aus dem Euro Stoxx 50 genommen werden. Hinzu kommen noch die französischen Engie (früher GDF Suez) und Schneider Electric sowie die niederländischen Philips und die finnische Nokia.

          Mit Blick auf die europäischen Versorger haben nicht nur die deutschen Eon und RWE mit einer technischen Baisse zu kämpfen, sondern auch die französische Engie (vor der Umbenennung GDF Suez, die ihrerseits aus der früheren Fusion der beiden französischen Unternehmen Gas de France und Suez Lyonnaise des Eaux hervorgegangen war). Die Aktie befindet sich seit dem Kurshoch im Juni 2008 bei Kursen um 44,80 Euro in einer Baisse-Bewegung, die sich bisher in fünf technische Phasen einteilen lässt. Erstens der von Verkaufssignalen geprägte Abwärtstrend von Juni 2008 bis zum Juli 2009, wobei das Kurstief bei 22 Euro lag. Die zweite Phase war eine Seitwärtspendelbewegung oberhalb der mehrmals getesteten Unterstützungszone von 22 bis 22,5 Euro, die insgesamt von Oktober 2008 bis zum August 2011 vorlag.

          Die dritte Phase war ein beschleunigter Baisse-Trend vom Januar 2001 bis zum März 2013, wobei insgesamt ein Kursrückgang von 30,05 Euro auf 14,05 Euro entstanden ist. Die vierte technische Phase war ein moderater, mittelfristiger Aufwärtstrend von Engie mit einem Hochlaufen von 14,05 Euro auf zirka 21,20 Euro (Juni 2014). Seit gut einem Jahr befindet sich Engie wieder in einem mittelfristigen Abwärtstrend, wobei die zuletzt aufgetretenen Verkaufssignale, ein Rutsch durch die zusätzliche Unterstützungszone um 16,0 Euro, auf einen Test der langfristigen Unterstützungszone um 14 Euro hindeuten. Neben dieser mittelfristigen, technischen Eintrübung fehlen bisher aber auch die technischen Hinweise, dass die übergeordnete, seit sieben Jahren vorliegende Baisse-Bewegung vor dem Abschluss steht. Als Konsequenz bleibt Engie, besonders innerhalb einer moderaten Kurserholung ein technischer Verkauf beziehungsweise ein Tausch.

          Beim französischen Industriekonzern Schneider Electric ist es durch den Kursrutsch der letzten Wochen ebenfalls zu einer grundlegenden mittelfristigen Eintrübung der technischen Gesamtlage gekommen. Die Aktie hatte, ausgehend vom Kurstief um 19,40 Euro (Oktober 2008) und vom Kurstief bei 35 Euro (November 2011), jeweils zwei langfristige Hausse-Trends etabliert. Der erste, sechsjährige Hausse-Trend, der die Aktie in eine technische Neubewertung (liegt vor, wenn ein Titel innerhalb einer technischen Hausse auf neue, historische Höchstkurse geführt wird) bis auf Kurse um 71,2 Euro (Juni 2014) gelenkt hat.

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