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Wochenausblick : Börsianer warten auf Berichtssaison und Trump-Krönung

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Die neue Börsenwoche dürfte spannend werden. Bild: Reuters

Dem Dax steht eine spannende Woche bevor. Die Berichtssaison beginnt, die Amtseinführung des künftigen Präsidenten Donald Trump steht an und am Donnerstag wird die EZB sich zu Wort melden.

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          Nach der Dezember-Rally und dem freundlichen Jahresauftakt dürfte der deutsche Aktienmarkt auch in der neuen Woche zunächst keine großen Sprünge machen. Zu Beginn fehlen Impulse aus Amerika, denn am Montag sind dort die Börsen wegen des Martin Luther King Day geschlossen. Der Rest der Woche steht im Zeichen der beginnenden Unternehmensberichtssaison, der europäischen Zinsentscheidung am Donnerstag und der Amtseinführung des künftigen Präsidenten Donald Trump am Freitag.

          „Das Jahr ist noch jung und dennoch könnte es an den Aktienmärkten zu einer ersten Belastungsprobe kommen", glaubt Helaba-Analyst Markus Reinwand. Die Frage sei, wie realistisch die mittlerweile in den Aktienkursen enthaltenen, von Trump ausgelösten Hoffnungen seien. Mit seiner Amtseinführung müsse dieser den Ankündigungen jedenfalls erst einmal Taten folgen lassen. Angesichts der hohen Erwartungen könne es durchaus zu einer gewissen Ernüchterung kommen, so Reinwand. Eine Wende des positiven Aktientrends sieht er aber noch nicht.

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          Auch die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sehen vorerst kein Ende des jüngsten Aufwärtstrends. Die immer noch niedrigen Zinsen und die weiter attraktiven Dividendenrenditen sollten zu weiteren Umschichtungen von Anleihen in Aktien führen. Auch der jüngst auf ein 13-Jahres-Tief gesunkene Euro, der vor allem den exportorientierten Unternehmen hilft, dürfte für Rückenwind sorgen. „Angesichts der bereits überdurchschnittlich langen Dauer des derzeitigen Aktienzyklus sowie einer Reihe schon jetzt absehbarer Risiken, dürften die Bäume jedoch nicht in den Himmel wachsen", prognostizieren die Experten der LBBW.

          Aus Konjunktursicht dürfte die neue Woche von diversen Statements führender Notenbanker, Wirtschaftsexperten und Politiker dominiert werden. Am Dienstag werden die Anleger vor allem auf den ZEW-Index der Konjunkturerwartungen in Deutschland für Januar achten. Die Volkswirte von HSBC Trinkaus und Burkhardt rechnen damit, dass der Index weiterhin günstige Vorzeichen für die deutsche Konjunktur, aber keinen zusätzlichen Optimismus bei der Einschätzung der aktuellen Lage signalisiert. Am Mittwoch folgen Inflationsdaten aus der Eurozone und den Vereinigten Staaten sowie Amerikas Industrieproduktion für Dezember. Die Volkswirte der Commerzbank rechnen bei letzterem mit dem stärksten Plus seit Mai 2010.

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          Mit besonderem Interesse wird die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) verfolgt werden. „Nach der im Dezember beschlossenen Verlängerung des Anleihenkaufprogramms bis Ende 2017 wird der EZB-Rat auf seiner Sitzung am Donnerstag wohl eine abwartende Haltung einnehmen", erwarten die Commerzbank-Ökonomen. Gleichzeitig dürften die Währungshüter trotz zuletzt positiver Konjunkturdaten klarstellen, dass der Rat keinen Einstieg in den Ausstieg plane.

          Unternehmensseitig dürfte es in der neuen Woche angesichts der zaghaft beginnenden Berichtssaison in Deutschland noch recht ruhig zugehen. Am Dienstag will der Konsumgüterkonzern Beiersdorf seine Umsatzzahlen für 2016 vorlegen. Auch vom Online-Modehändler Zalando werden einige Eckdaten für das abgelaufene Jahr erwartet. In den Vereinigten Staaten ist da schon mit etwas mehr Leben zu rechnen. Hier stehen zunächst die Kennziffern der Investmentbank Morgan Stanley  für das vierte Quartal auf der Agenda.

          Für Mittwoch haben sich unter anderem die amerikanischen Geldhäuser Citigroup und Goldman Sachs mit der Vorlage ihrer Quartalszahlen angekündigt. Am Donnerstag folgen der Kreditkartenanbieter American Express sowie der IT-Konzern IBM. Beendet wird der Berichtsreigen der großen Unternehmen in der Woche mit den Quartalsresultate des Mischkonzerns General Electric.

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