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Marktbericht : Aktien geht die Puste aus

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Am Ende blieb nichts mehr übrig. Bild: Reuters

Bessere chinesische Konujunkturdaten haben den deutschen Aktienmarkt fester starten lassen. Doch ging ihm am Ende wieder die Puste aus.

          Die Turbulenzen an den Ölmärkten haben am Mittwoch die Aktienanleger wieder eingeholt. Nachdem der deutsche Aktienmarkt sich nach positiv aufgenommenen Konjunkturdaten aus China zunächst erholt hatte und der Dax um bis zu 1,8 Prozent auf 10.163 Punkte gestiegen war, schmolzen die Kursgewinne vom Vormittagshandel bis zum Handelsschluss dahin.

          An den Ölmärkten hatten sich die Preise auch  nur zeitweise stabilisierten. Der Wochenbericht des amerikanischen Energieministeriums drückte die Preise wieder in den Keller. Anleger hatten laut Händlern vor allem auf einen Rückgang der amerikanischen Lagerbestände spekuliert. Diese Hoffnung wurde am späten Nachmittag aber enttäuscht : WTI verbilligte sich wieder auf 30,48 Dollar. Nordseeöl der Sorte Brent fiel auf 30,51 Dollar und kostete damit so wenig wie zuletzt im April 2004.

          Zwar wird der Verfall des Ölpreises von vielen Unternehmen und Verbrauchern positiv gesehen. Doch signalisiert er nach Einschätzung von Börsianern auch eine schwächelnde Konjunktur. Besonders nervös machten die hohen Schwankungen, sagten Händler. So sprangen die Preise am Nachmittag heftig hin und her.

          Der Dax schloss mit 9960,96 Punkten 0,3 Prozent niedriger, der EuroStoxx50 ging nahezu unverändert aus dem Handel. An der Wall Street lagen der Dow-Jones - und der S&P500 -Index zum europäischen Handelsschluss leicht im Minus. "Die jüngste Erholungsbewegung wird damit postwendend für Gewinnmitnahmen genutzt. Ein Zeichen für die weiterhin große Skepsis an den Aktienmärkten", fasste IG-Marktes-Analyst Gregor Kuhn zusammen.

          Am Vormittag hatte die Erleichterung über chinesische Handelsdaten den Dax noch um bis zu 1,8 Prozent auf 10.164,05 Punkte geschoben. Die Ausfuhren des Exportweltmeisters China waren im Dezember weniger stark gefallen als befürchtet.

          Eon und RWE legten 4 und 3,6 Prozent zu. Analysten der UBS empfahlen Eon zum Kauf. Schon am Dienstag hatten Experten der Deutschen Bank den Daumen für Eon und den Rivalen RWE gehoben. 2015 hatten RWE 54 Prozent und Eon 37 Prozent eingebüßt.

          Zalando unter Druck

          An der Wall Street griffen die Anleger bei GM zu: Der Opel-Mutterkonzern hatte seine Gewinnprognose erhöht und will seine Eigner mit einem größeren Aktienrückkaufprogramm beglücken. Die Aktien stiegen zeitweise um 5,3 Prozent und notierten zum europäischen Handelsschluss noch 1,7 Prozent höher. Lange Gesichter gab es dagegen bei Ford. Der GM-Rivale plant zwar eine Sonderausschüttung, enttäuschte die Anleger aber mit seinem Ausblick. Die Titel verloren rund vier Prozent.

          Spekulationen auf enttäuschende Zahlen drückten Zalando um 4,7 Prozent ins Minus. Börsianern zufolge hatte der Online-Händler in einem Schreiben an Analysten betont, dass sich das Unternehmen trotz aller Anstrengungen nicht vom schwachen Branchenumfeld abkoppeln könne. Noch schlechter erging es Südzucker, die um 14 Prozent einbrachen. Nach der Vorlage von Zahlen machten die Anleger Kasse, sagten Händler.

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