Provenienzforschung : Gemeinsam erlebte Vergangenheit garantiert keine gemeinsame Zukunft

Es sind noch viele Fragen offen: Über die deutsch-kamerunische Provenienzforschung in den Dörfern, in denen der deutsche Kolonialoffizier Max von Stetten seine Sammlung zusammentrug.
Dass Provenienzforschung nicht ausschließlich Archivforschung und Kunstmarktrecherche sein muss, erweist sich an dem Forschungsprojekt zur Sammlung Max von Stetten. Der zeitweilige Kommandeur der sogenannten deutschen Schutztruppen in Kamerun hatte sie in den neunziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts zusammengetragen und der damaligen Königlich-Ethnographischen Sammlung als Schenkung überlassen. Dieses erste ethnologische Museum Deutschlands, gegründet 1862 in München, heißt heute Museum Fünf Kontinente und hat neue Wege beschritten, indem es eine Forschungskooperation einging, in deren Rahmen kamerunische Wissenschaftler Feldforschung im eigenen Land betrieben. Sie folgten dabei den Spuren, die von Stetten hinterließ – zunächst als reisender Afrikaforscher, später als Offizier und Kommandeur brutaler Strafexpeditionen, mit denen das Deutsche Reich seine Besitz- und Machtansprüche durchsetzen wollte.





