Russland : Verurteilungen von Regisseurin und Dramatikerin bestätigt

Gefängnis für ein Theaterstück: Die Regisseurin Schenja Berkowitsch und die Dramatikerin Swetlana Petrijtschuk müssen nach gescheiterter Berufung für Jahre in eine Strafkolonie.
Ein russisches militärisches Berufungsgericht hat das Urteil gegen die Regisseurin Schenja Berkowitsch und die Dramatikerin Swetlana Petrijtschuk bestätigt, beiden aber einige Monate Gefängnisstrafe erlassen. Im Juli hatte ein Moskauer Militärgericht Berkowitsch und Petrijtschuk zu jeweils sechs Jahren Strafkolonie verurteilt, weil ihr Theaterstück „Finist lichter Falke“, das die Geschichten junger Frauen erzählt, die auf islamistische Online-Bräutigame hereingefallen und nach Syrien gereist waren, angeblich Terrorismus rechtfertige – und russische Männer unsympathisch darstelle.
Berkowitsch, die mit Gedichten gegen den Ukrainekrieg protestiert hat, wurde ihre Strafe nun auf fünf Jahre und sieben Monate festgesetzt, Petrijtschuk die ihre auf fünf Jahre und zehn Monate. Berkowitsch, die zwei halbwüchsige Adoptivtöchter hat, bat in ihrem Schlusswort das Gericht, sie freizusprechen oder eine Strafe zu verhängen, die nicht mit Freiheitsentzug verbunden wäre. Petrijtschuk erklärte, es sei „leicht und angenehm, die Wahrheit zu sagen“, und forderte das Gericht, das ihrer beider Verurteilung große Anstrengungen gekostet habe, auf, „mit all dem aufzuhören“.
Berkowitsch und Petrijtschuk, die bisher in einem Moskauer Untersuchungsgefängnis untergebracht waren, werden nun in Strafkolonien an noch unbekannten Orten verlegt.





