Manu Chaos „Clandestino“ : Das Land hinter mir brennt

Vor zwanzig Jahren schrieb Manu Chao seinen Flucht-Song „Clandestino“. In diesem Sommer hat er ihn neu aufgelegt und bei einem einzigen Europa-Konzert gespielt. Der Zeitpunkt stimmt – wieder einmal.
Als der Sommer gerade begann, legte Manu Chao, der größte singende Globalisierungskritiker der Jahrtausendwende, eine neue Version seines zwanzig Jahre alten Songs „Clandestino“ auf. Zu hören ist die bewährte Kombination aus Latin-Gitarre und gepresster Kermit-Stimme – und Calypso Rose, eine 78 Jahre alte Sängerin aus Trinidad und Tobago. Das Ganze wäre nicht weiter aufgefallen, hätte der Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht so gut gepasst. Wochen vorher hatte in Spanien die ausländerfeindliche Partei Vox bei ihren ersten Parlamentswahlen zehn Prozent der Stimmen erhalten. Und Italien, das Land, dem sich der in Paris geborene, galicisch-baskische Botschafter des geographischen Südens genauso zugeneigt fühlt, näherte sich einem neuen Höhepunkt in der Debatte über die Seenotrettung. „Ich bin ein Fleck im Meer, ein Gespenst in der Stadt“, singt also Manu Chao. „Mein Leben ist verboten, sagen die Behörden.“





