Theater in München : Auf Privilegienabbitte

Wer ist an welcher Seite und warum überhaupt? „Oracle“, die neueste Inszenierung von Susanne Kennedy und Markus Selg, und „Wunde R“, eine Körper-Collage von Enis Maci, an den Münchner Kammerspielen.
In hundert Jahren wird Theater ganz anders aussehen. Das Orakel hat es gezeigt. Es wird aus Explosionen und Mustern gemacht sein, aus schreiend bunten Bildern, die wie im Kaleidoskop vom einen ins nächste fallen. So weit die Zukunftsvision am Ende von „Oracle“, der neuesten Inszenierung von Susanne Kennedy und Markus Selg an den Münchner Kammerspielen. Der Eintritt an diesem Abend geschieht zögerlich, als hätte man verlernt, einen Bühnenraum zu betreten. Es gibt keine Sitzreihen in dieser Produktion, das Publikum geht spazieren und bestaunt Welten. An der Schwelle zu jener von „Oracle“ steht man allein und wird begrüßt von einer Stimme, die typisch posthuman, also freundlich-distanziert klingt: „Hello and welcome“.





