Dessaus „Lanzelot“ auf CD :
Die Kunst der Speichelleckerei

Von
Gerald Felber
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Paul Dessau (links) und Heiner Müller bei den Proben zu „Lanzelot“ in der Deutschen Staatsoper Berlin, 1969
Paul Dessau (links) und Heiner Müller bei den Proben zu „Lanzelot“ in der Deutschen Staatsoper Berlin, 1969Eva Kemlein

Die Oper „Lanzelot“ von Paul Dessau nach einem Libretto von Heiner Müller ist eine Farce auf Karrieristen, Intriganten und Populisten. Eine Gesamteinspielung mit Dominik Beykirch lässt deren Witz und Bosheit sprühen.

Im Jahre 1965 gab es im Deutschen Theater Berlin die erste Vorstellung einer Märchenparabel des sowjetischen Autors Jewgenij Schwarz: „Der Drache“. Ihr Schöpfer war zu diesem Zeitpunkt schon sieben Jahre tot, sein Triumph erreichte ihn nicht mehr, prägte aber die kurze Theatergeschichte der DDR in unwiederholbarer Weise: Benno Bessons Inszenierung mit Rolf Ludwig als Titelfigur und Eberhard Esche als dessen Gegenspieler Lanzelot erlebte in den folgenden siebzehn Jahren 580 Reprisen. Diesen „Drachen“ wenigstens einmal gesehen zu haben zählte zu den Initiationsriten jedes Ostdeutschen, der sich etwas auf sein gesellschaftliches Anderssein zugutehielt; wurde man doch dabei zum Partikel einer gegenüber dem „real existierenden Sozialismus“ milde kritischen, freilich auch weitgehend risikolosen Massendissidenz.

FAZ

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