„Nabucco“ in Berlin : Keine Prinzessin ohne Rivalin im Wartestand

Mal hören, ob ich auch Bass singen kann: In Verdis „Nabucco“ zum Auftakt der Intendanz von Elisabeth Sobotka an der Staatsoper Unter den Linden herrscht Anna Netrebko uneingeschränkt. Christian Thielemann lauscht in der Loge.
Kein Protest weit und breit. Auch ein Blick um die Hausecke der Staatsoper Unter den Linden, Richtung Bebelplatz offenbart gähnende Leere. Ist das nun ein Zeichen von Kriegs- und Protestmüdigkeit, oder hat man einfach zur Kenntnis genommen, dass Anna Netrebkos Schweigen zur russischen Angelegenheit mittlerweile Züge einer stillen, aber doch deutlichen Distanzierung zu den Vorgängen in ihrem Heimatland angenommen hat? An der Berliner Staatsoper trat sie jetzt sogar unter ukrainischer Flagge auf. Oben auf dem Dach des Hauses weht die Fahne, während unten, zur Saisoneröffnung und als Auftakt zur Intendanz Elisabeth Sobotkas. eine dezidiert politische Oper gezeigt wird: „Nabucco“ von Giuseppe Verdi.


