Salzburger Festspiele : Nachdenklichkeit ist aller Leiden Anfang

Schmerzerfüllt: Die Salzburger Festspiele beginnen mit Passionen von Beethoven, Penderecki und Pasolini. Sie ziehen Parallelen zwischen dem Schicksal von Flüchtlingen heute und dem Leiden Jesu Christi.
Verfolgung, Flucht, Hinrichtung: Letzteres Schicksal bleibt den vielen Geflüchteten dieser Erde in Europa immerhin erspart, wenngleich der Tod allenthalben auf ihren Fluchtwegen lauert. Insofern ähnelt das Los der Vertriebenen unserer Gegenwart in gewisser Weise dem Schicksal Jesu Christi, hinter dessen Martyrium letztlich auch Machtinteressen standen wie heute in Syrien. Nicht zuletzt wegen dieser inneren Parallelen stehen am Beginn der Salzburger Festspiele Passionen im Zentrum der „Ouverture spirituelle“, die ausdrücklich auf Besinnung und Reflexion zielt. Von Alexander Pereira 2012 ursprünglich als Reverenz an die großen Weltreligionen gegründet, erhält dieser kontemplative Auftakt unter der Intendanz von Markus Hinterhäuser nun auch eine implizit politische Bedeutung, indem aus biblischen und historischen Leidensgeschichten behutsame Verweise auf unsere brüchige Gegenwart gezogen werden.





