„Tatort“ aus Münster : Was Sie hier riechen, ist der Brie

Käse mit Fisch: Der neueste „Tatort“-Fall aus Münster ist als Mafia-Satire angelegt. Er kapituliert vor der Pointe. Das wird den nächsten Zuschauerrekord aber wohl nicht verhindern.
Er möchte den Mord mit dem stecken gebliebenen Projektil kurz vorspielen. „Wahrscheinlich sprang Weber auf, als der Täter die Waffe sehen ließ“, doziert der aufspringende Professor h.c. mult. Boerne (Jan Josef Liefers): „Höh, Oaah, Puff, Tuck, Piöauu, Ahhh, steckenbleib.“ Kommissar Thiel (Axel Prahl), Boernes bester, stets griemelnder Freund, griemelt ihn gutmütig an: „Sie sollten auf gar keinen Fall Schauspieler werden.“ Und das zu Boerne, also irgendwie auch zu Liefers, der ja nicht nur Hutträger des Jahres 2016, Goldenes Schlitzohr und Krawattenmann 2017 sowie querironischer Allesdichtmacher des Jahres 2021 ist, sondern auch honoriger Träger (mult.) von Bambi, Grimme-Preis, Goldener Henne und weiterer Staubfänger für die Besten der Branche. Das ist sie in Reinform, die Komik des Münsteraner „Tatorts“ (Stichwort „Alberich“-Witze): schlitzohrfrech vom Gestus her und doch so plakativ und klebrig, dass es sich anfühlt, als würde man durch Gallerte waten. Puff, Tuck, Pointe steckenbleib. Da lachen ja nicht mal mehr die goldigsten Hühner. Muss Humor denn so debil sein im deutschen Fernsehen? Ist er nur dann wirklich inklusiv?


