ARD-Film über Wendezeit :
An Mutbürgern zerbrechen Systeme

Von
Oliver Jungen
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Protestieren vor der Kirche (v.l.): Solveig (Marlene Tanczik), Stefan (Ferdinand Lehmann), Astrid (Anabel Möbius) und Daks (Timur Bartels)
Protestieren vor der Kirche (v.l.): Solveig (Marlene Tanczik), Stefan (Ferdinand Lehmann), Astrid (Anabel Möbius) und Daks (Timur Bartels)MDR/UFA

Vom Ablegen der Angst: Die ARD hat ein leuchtendes Kapitel aus der Vorgeschichte der friedlichen Revolution von 1989 verfilmt. Dem schönen Film fehlt nur ein wenig Mut.

Jung sein und die Schnauze voll haben: Das ist der Stoff, aus dem Revolutionen sind. Menschen, die gerade erwachsen werden, haben alles zu verlieren, aber eben auch alles zu gewinnen, ein ganzes Leben. So beschlossen Anfang 1989 Mitglieder der Leipziger „Initiativgruppe Leben“, die sich im Einsatz gegen die Verschmutzung der Pleiße politisiert hatten, den Schutzbereich der Kirche zu verlassen – innerhalb der Jungen Gemeinde der Nikolaikirche war bereits seit Jahren erstaunlich offen diskutiert worden – und mittels Flugblättern, zwölftausend an der stolzen Zahl, zu der nicht genehmigten Luxemburg-Liebknecht-Demonstration am 15. Januar 1989 aufzurufen.

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