
Alfred Biolek zum Achtzigsten : Der angenehm eitle Gastgeber

In seinen Talk- und Kochshows fühlten sich die Gäste wohl: Alfred Biolek wollte weder investigativ noch sensationslüsternd sein. Nur ein sympathisch-natürlicher Gastgeber. Und dabei wusste er immer, wann Zeit ist aufzuhören.
Alfred Biolek kennt fast jeder. Bis zu einer gewissen Generation. Bis zu einer Alterskohorte, die weiß, was er zwischen 1978 und 2007 gemacht hat. Am Anfang stand „Bio’s Bahnhof“, das Ende markierte „alfredissimo“. Dazwischen lag, bis 2003, der „Boulevard Bio“. 458 Ausgaben der einen, 459 Folgen der anderen Show hat Biolek produziert und immer zu dem Zeitpunkt aufgehört, zu dem der Zenit nicht überschritten war. Biolek fing an und hörte auf, wie er es für richtig hielt. Er führte Gespräche, lud Gäste ein und kochte, wie es ihm Spaß machte und wie es dann nach ihm viele andere unternahmen. Und die Sache versauten. Alfred Biolek hat tragende Linien des heutigen Fernsehens vorgezeichnet und wohl gemerkt, dass damit irgendetwas irgendwann nicht mehr stimme. Aus dem Gespräch wurde der Talk, aus dem Treffen am Herd die Küchenschlacht. Was bei Biolek formvollendet war, geriet aus den Fugen.





