Video-Filmkritik : Du hast mein Schweben gerettet
Manchmal nerven die verjuxten Schrullen des Regisseurs Tim Burton. Sein neuer Kinozirkus „Die Insel der besonderen Kinder“ aber kann fast alles, was er will.
Wer einen Sack voll gleichzeitig hoch-, tief- und querbegabter Kinder hüten soll, hat zu tun. Wenn dann auch noch eins dieser Kinder stärker ist als Obelix mal Popeye, ein anderes unsichtbar, ein weiteres ein lebendiger Filmprojektor, und wenn das noch die harmlosesten Gimmicks sind, mit denen die Rangen aufwarten, dann verlangt der Job eine unerschütterliche Mumpitzbändigerin, die zur gelegentlichen Wiederherstellung des Seelenfriedens nicht mehr braucht als einen Zug an der Schnörkelpfeife. Woher nimmt man so eine Person? Zum Glück gibt’s die Ymbrynes - das sind Lehrerinnen, die sich bei Bedarf in Vögel verwandeln und für ihre Schützlinge Zeitschleifen einrichten können, in denen niemand je älter wird und die alltägliche Welt außen vor bleiben muss, die Kindern ihre Besonderheiten normalerweise mit unnachgiebigem Sozialisierungsdruck austreibt. Vogelfrauen, Zeitschleifen, so weit, so Fantasy - in Büchern, wo das eben referierte Zeug zu Hause ist, kann man sich ja ausdenken, was man will. Wenn dergleichen aber verfilmt wird, mag man zwar die Kinder per Computertrick verwandeln, aber wer hält die Bande dann davon ab, in ihre unreifen Einzelheiten (magische Talente, große Augen, ansteckendes Kichern usw.) auseinanderzufallen? Eva Green natürlich.





