Video-Filmkritik : Jetzt mach mir hier aber mal bitte keine Zähne
Ein Vater zieht Fratzen, um seiner Tochter näherzukommen, die im nicht nur beruflichen Stress sich selbst zu verlieren droht: Maren Ades furiose Filmkomödie „Toni Erdmann“ ist ein Sozialuniversaldrama.
Unter allen Superhelden, die das Kino in den letzten Jahren zerlegt und neu zusammengeschlagen haben, ist Toni Erdmann gewiss der verkehrteste: Anstatt sich bei Einbruch der Dunkelheit als Fledermaus zu verkleiden, um die Polizei vor dem Gesetz zu beschützen oder so, setzt sich dieser groteske alte Mann eine Frontalprothese mit gelben und schiefen Zähnen in den Mund, um seine Mitmenschen beim Normalsein zu behindern, und erzielt damit peinlichste Erfolge, die er sichtlich und mit Recht selbst nie ganz versteht.





