Video-Filmkritik : Die Menschen entscheiden, wer Mensch ist
„Ghost in the Shell“ ist der Versuch, zwei der schönsten Science-Fiction-Zeichentrickfilme mit westlichen Stars und digitaler Technik nachzuspielen. Das hätte schlechter ausgehen können.
Der senkrechte Strich auf dem Rücken von Scarlett Johansson sieht aus wie mit der Axt ins Fleisch gehauen. Sehnen würgen Muskeln, dann zerbricht der überanstrengte Arm. Die schwere Arbeit ist getan, das Hirn des Spinnenpanzers zerstört. Der Körper der künstlichen Frau hat sich anstrengen müssen, als hätte er das Dogma vom Graben zwischen Leib und Seele aus dessen Verankerung im abendländischen Denken reißen wollen. Dieses Dogma gehört zu den Hauptlehren des Philosophen René Descartes, der, so behauptet eine apokryphe Geschichte, als seine Tochter im Alter von fünf Jahren starb, eine Puppe bauen ließ, die ihr glich.





