Sokurows Faust-Film : Deutschland, bleiches Mutterland

Auch Putin findet sich hier wieder. In seinem Spielfilm „Faust“ macht Regisseur Alexander Sokurow aus Goethes Nationaldrama das Drama einer Kultur.
Es ist ein seltsames Verfahren, mit dem der russische Regisseur Alexander Sokurow seine 2005 eigentlich für abgeschlossen erklärte Trilogie über das Phänomen der Macht nun kurzerhand zur Tetralogie erweitert und um „Faust“ ergänzt. Seltsam, weil die älteren drei Filme - „Moloch“ über Hitler auf dem Obersalzberg (1999), „Taurus“ über Lenins Tod (2001) und „Die Sonne“ über den japanischen Kaiser Hirohito am Tag der Kapitulation seines Landes (2005) - sämtlich absolute Machthaber im Augenblick ihres Machtverlusts porträtiert hatten.





