Laura Dern im Film „The Son“ :
Sie lässt sich nicht den Mund verbieten

Von
Daniel Haas
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Zwischen Schuld, Scham und Angst: Laura Dern als Mutter eines depressiven Jungen in „The Son“
Zwischen Schuld, Scham und Angst: Laura Dern als Mutter eines depressiven Jungen in „The Son“AP

Laura Dern gehört zu den bedeutendsten Darstellerinnen ihrer Generation. Das hat viel mit ihrer unvergleichlichen Mimik zu tun. Im neuen Kinofilm „The Son“ kommt das leider weniger zur Geltung.

Gesichter sind Spielflächen des Gefühls. Es gibt rätselhafte und energische, erotisch-offensive und intellektuell-verhaltene Ausdrucksformen, mit denen diese Spielfläche ausgestattet wird. Laura Dern gehört in dieser Hinsicht, neben Kate Winslet, Julia Roberts und Cate Blanchett, zu den besten Schauspielerinnen ihrer Generation. Ihr Blick: eine subtil orchestrierte Suchbewegung. Ihr Lächeln: mal zaghafte Reizung des Gegenübers, mal Selbstvermummung in Zweifel und Groll. Ihr Mund: ein die feinnervigsten Regungen in mimische Andeutung übersetzender Seismograph. Allein dieser Mund wäre einen ganzen Artikel wert.

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