Film „La Haine“ von 1995 : Bis hierher hat sich nichts verändert

Vor dreißig Jahren kam „La Haine“ in die Kinos. Der Film über drei Jugendliche aus den Banlieues war als Anklage gegen Polizeigewalt gedacht – und geriet zum Befund einer Gesellschaft, die sich selbst nicht mehr versteht.
„La Haine“ beginnt mit zwei Metaphern: einer sprachlichen und einer bildlichen. Während Hubert, einer der drei Protagonisten, von einem Mann erzählt, der aus dem fünfzigsten Stock eines Hochhauses stürzt und sich im freien Fall immer wieder zur Beruhigung sagt: „Bis hierher lief’s noch ganz gut“, sehen wir eine taumelnde Weltkugel, auf die ein Molotowcocktail fällt. Die Welt explodiert. Was aus dem Mann wird, erfahren wir nicht. Nur Huberts Bilanz ist zu hören: „Wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung.“ Klar ist also: Der Aufprall kommt.


