Klassiker „The Straight Story“ : Immer der Nase nach

Auch Rasenmähertraktoren gibt man den Gnadenschuss: Warum man David Lynchs ungewöhnliches Roadmovie „The Straight Story“ wieder ansehen sollte.
Es wurden schon weitere Strecken in einem Roadmovie zurückgelegt als die 240 Meilen in der „Straight Story“, und normalerweise passiert darin auch mehr als hier. Aber was heißt schon „normal“ bei David Lynch? Dass dieser Film sein normalster ist, will noch nicht viel heißen. Und Lynch wäre nicht Lynch (gewesen, muss man seit seinem überraschenden Tod im Januar leider sagen), wenn er die schon dem Titel nach geradlinige Geschichte, die laut deutschem Untertitel eine wahre ist, nicht mit wenigstens einem Widerhaken versehen hätte, der aber mehr so ein Witz auf Rädern ist als eines dieser surrealen Schock- und Verstörungsmittel, die sonst, fast hätte man gesagt: normalerweise bei Lynch zum Einsatz kommen. Es handelt sich um ein Roadmovie, das zwar auch im Sitzen, aber auf einem Rasenmähertraktor absolviert wird, Höchstgeschwindigkeit acht Kilometer in der Stunde.
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