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SPD-Schau in Berlin : Que sera, sera?

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Wie steht es um die Zukunft der SPD? Eine Gruppenschau in der Galerie Zwinger in Berlin beschäftigt sich mit dieser schwierigen Frage.

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          Es mag dieser Tage dringlichere Probleme in der deutschen Parteienlandschaft geben, indes: Der Buchtitel „Die Zukunft der SPD“ ist kein Alleinstellungsmerkmal für Studien der letzten Jahre und Jahrzehnte, die teils nurmehr antiquarisch zu haben sind – wie der Band eines Autors namens Günther Müller, erschienen 1968. Den Zustand der Publikation gibt ein Online-Anbieter als „leicht verkratzt und verschmutzt, wellig, lichtrandig“ an, „Ecken und Kanten leicht bestoßen; Sonstiges: keine Angabe“. Ähnlich ramponiert also wie die Verfasstheit des untersuchten Gegenstands, der SPD, gut fünfzig Jahre später. Ebenderen Aussichten widmet die alteingesessene West-Berliner Galerie Zwinger eine Gruppenschau, zu der Hans-Jürgen Hafner und Gunter Reski Werke von rund dreißig Künstlerinnen und Künstler versammeln: „Die Zukunft der SPD“.

          Ganz und gar unironisch

          Das Thema ist eine dankbare Beute für ironische Befassung, für die allerdings Experten wie Oliver Welke oder Jan Böhmermann eher zuständig sind. Die beiden Kuratoren verstehen ihre Werk-Anthologie denn auch, im Gegenteil, als „ganz und gar unironisch“. Sie fassen die Sozialdemokratie als historische „Errungenschaft“ auf und sehen darin – „in der Realpolitik und im Parlamentarismus“ – ein nach wie vor taugliches „Werkzeug eines linken Realismus“. Das Thesenpapier zu der kleinen, low-budgetierten Gruppenschau warnt davor, das bundesrepublikanische Modell der politischen Repräsentation im Strudel des Zeitgeists madig zu machen, sprich: einem „einzelproblemorientierten Aktivismus“ und „selbstvermarktender Symbolpolitik“ zu opfern.

          Das klingt ein wenig nach Politikseminar und „dicke Bretter bohren“. Ein großes Thema jedenfalls für eine kleine und kleinteilige Ausstellung mit Videos, Assemblagen und Plakaten; auf einem wähnt Suse Weber die Partei bereits in einem Totentanz. Stefan Zillig und Christian Rothmaler formulieren eine ausführliche Agenda für die Sozis von morgen aus, fordern etwa eine Quote für Langnachrichten innerhalb von Kurznachrichten, die Entwicklung einer „leistungsfähigen, öffentlich-rechtlichen Suchmaschine mit transparenten Algorithmen“ und den sofortigen Stopp von Krimis im deutschen Fernsehen: So ganz wollen die Künstler also doch nicht auf Ironie verzichten. Ina Wudtke lässt „Arbeiterspielgruppen“ originale Lieder aus den zwanziger Jahren auf Berliner Straßen und Plätzen aufführen. Und siehe da, die Parolen sind aktuell wie ehedem – „Verdrängung findet leise statt“. In einer digitalen Fotocollage lichtet Nadja Abt das Willy-Brandt-Haus ab, dessen Zukunft schon jetzt, in der Gegenwart, ziemlich melancholisch und nostalgisch anmutet.

          Eine einfache und naheliegende Idee formuliert Norbert Bisky in seinem Beitrag: Er gibt der Zukunft der SPD ein reales Gesicht. In kleinem Format porträtiert der Berliner Maler Kevin Kühnert, Shootingstar. Eine flauschige Ansage ohne Ecken und Kanten, weder wellig noch lichtrandig, dafür mit dekorativen Farbspritzern besprenkelt, und übrigens sehr blauäugig. Biskys Bildnis ist, nebenbei bemerkt, mit 26.000 Euro das bei weitem teuerste Werk der Schau. Und ein durchschlagender ökonomischer Erfolg ist dieser, wie zu erfahren war, bislang auch bei Schnäppchenpreisen von 400 Euro an bislang nicht beschieden. Noch sind sämtliche Werke im Angebot. (Bis zum 22. Februar.)

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