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Exportverbot : Doch noch nicht „Feierabend“

  • -Aktualisiert am

Spanischer Staat erteilt Exportverbot für ein Gemälde von Sorolla.

          In Madrid ist die Familie des spanischen Malers Joaquín Sorolla vor Gericht gezogen. Eines seiner Gemälde befindet sich im Privatbesitz von sieben Urenkeln Sorollas: „Fin de jornada“ (Feierabend) zeigt Fischer, die ihr Boot nach getaner Arbeit an Land ziehen. Entstanden ist das Ölbild im Jahr 1900, bei einem Aufenthalt in Jávea, in der Provinz Alicante. Ein Jahr später erwarb es Calixto Rodríguez für 10.000 Peseten, ein enger Freund Sorollas, der viele Werke von ihm kaufte und in zweiter Ehe María Lorente heiratete. Deren Neffe ehelichte Elena, Sorollas jüngste Tochter. Das Paar hatte sieben Kinder, die heutigen Urenkel. Das Bild blieb bis heute in der Familie und hängt in einer Madrider Wohnung.

          Nun will die Familie „Fin de jornada“ für fünf Millionen Euro ins Ausland verkaufen. Interessiert zeigen sich das Musée d’Orsay in Paris und die Londoner National Gallery. Doch da hat der spanische Staat mitzureden, denn das kapitale Bild steht seit 2018 als „Kulturgut von besonderem Interesse“ (BIC) unter Schutz und darf nicht exportiert werden. Für die Familie, die in Spanien keinen Käufer findet, der die geforderte Summe bezahlen würde – auch der Staat hält sich bedeckt –, ist das eine schwierige Situation. Sie hat vor dem Oberlandesgericht Madrid Einspruch erhoben gegen das Exportverbot. Das Verbot würde den Privatbesitz einschränken und gegen den freien Austausch von Waren in der EU verstoßen, so das Argument. Die Familie hat bereits das Wohnhaus mit Atelier und Garten, das Sorolla in Madrid besaß, samt der Werke dem Staat als Museum überlassen; der könne sich jetzt großzügig zeigen, findet sie. Außerdem seien Werke wie „Fin de jornada“ in spanischen Sammlungen gut vertreten, im Ausland könnte das Bild für mehr Bekanntheit des Malers sorgen. Das Gericht hat noch nicht entschieden.

           

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