Die Kunstszene Ruandas : Heilt Malerei wirklich tiefe Wunden?

Vor zwanzig Jahren stand Ruanda nach dem Völkermord an den Tutsi vor dem Nichts. Jetzt hat das Land wieder Hoffnung. Eine wichtige Rolle dabei spielt die lebendige Kunstszene.
Wer in Kigali von einem Ort zum anderen gelangen will, nimmt ein motor taxi: eines jener klapprigen Motorräder, die von ihren Fahrern liebevoll gepflegt werden. Man handelt einen Preis aus und lässt sich einen Helm reichen. Ich schwinge mich hinter dem Fahrer auf den Sitz. Es gibt nur wenige Ampeln in Ruandas hügeliger Hauptstadt, strenggenommen sind es keine Ampeln, sondern Haltepunkte, die anzeigen, wie viele Sekunden einem zum Überqueren der Kreuzung bleiben. Die Fahrer drehen im Stand voll auf, bis die Vorderräder abheben. Diese Beförderungsart übersteht man nur, wenn man sich gut festhält und den Männern am Lenker restlos vertraut. Viele von ihnen sind ehemalige Soldaten. Sie sind hart im Nehmen, diszipliniert, höflich und fahren wie der Teufel.





