FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Kulturverluste in der Ukraine :
Märchentiere auf dem Meeresgrund

Von
Konstantin Akinscha
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Zerstört: das Museumshaus der naiven Künstlerin Polina Raiko
Zerstört: das Museumshaus der naiven Künstlerin Polina RaikoKonstantin Akinsha

Infolge der Zerstörung des Kachowka-Staudamms wurden in der Ukraine viele Museen und archäologische Stätten überflutet. Andernorts spült das Wasser makabre Hinterlassenschaft hervor. Ein Gastbeitrag.

Die Zerstörung des Staudamms des Wasserkraftwerks Kachowka war nicht nur eine menschliche Tragödie und eine ökologischen Katastrophe unglaublichen Ausmaßes. Sie fügte auch dem Martyrologium des ukrainischen Kulturerbes eine neue Seite hinzu. Das Flutwasser, das Städte und Dörfer überschwemmte, zerstörte Museen und Kulturstätten. Der schmerzlichste Verlust ist das Museumshaus der naiven Künstlerin Polina Raiko im südukrainischen Dorf Oleschki. Raiko war die jüngste Vertreterin einer Pleiade ukrainischer Bäuerinnen, die zu bedeutenden Volkskünstlerinnen wurden. Anders als Marija Prymatschenko oder Kateryna Bilokur entdeckte die 1928 geborene Raiko ihre künstlerische Begabung erst in der Spätphase ihres Lebens. Sie begann Ende der Neunzigerjahre zu malen.

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