Ausstellung zu Günther Domenig : Aus einem Totenhaus
Häuser, die von den Traumata ihrer Epoche und den Dämonen ihres Architekten künden: Kärnten feiert den großen Günther Domenig in der Ausstellung „Dimensional“.
Biographische Lesarten eines Werks sind immer heikel, mit Blick auf Architekten gilt das noch mehr als etwa für Schriftsteller oder Komponisten. Gehen Bauten doch zumeist aus einem stark fremdbestimmten Schaffensprozess hervor. Im Fall von Günther Domenig liegen die Dinge etwas anders. Der gebürtige Klagenfurter hat sich stets als Künstlerarchitekt verstanden und sich seinen Bauaufgaben mit einem hohem Eigensinn genähert, der den Bauherren einiges an Toleranz abverlangte. In Steindorf am Ossiacher See in seiner Kärntner Heimat steht ein Domenig in geradezu skulpturaler Reinform: Das Steinhaus hat er auf einem familieneigenen Grundstück mit eigenen Finanzmitteln allein nach eigenen Vorstellungen errichtet. Entstanden ist in 26 Jahren Planungs- und Bauzeit ein innerlich und äußerlich zerklüftetes Gebäude aus Beton, Stahl, Blech und Glas, das weitgehend Selbstzweck ist.


