Bayerische Landesschau Ansbach : Gegen harde Glischees
Entschieden dezentral: Die diesjährige Bayerische Landesausstellung in Ansbach fragt, was eigentlich typisch fränkisch sei. Ist es die Unfähigkeit zum harten T, die Bratwurst, Fachwerk, Wein oder Bier?
Franconia est omnis divisa in partes tres, ganz Franken ist in drei Teile geteilt. Doch würden die Bewohner der drei Landesteile Ober-, Mittel- und Unterfranken allzu große Nähe gerade in folgenden scheinbaren Gemeinsamkeiten weit von sich weisen: im Dialekt (die „Bätzla“, „Moggl“ und „Stuusl“ als Tannenzapfen oder der „Abfl“ klingen auf der dialektalen Landkarte der drei durchaus sehr unterschiedlich), Konfession (Mittelfranken überwiegend evangelisch, Oberfranken mit dem fränkischen Rom Bamberg im Zentrum gegen die protestantischen Bollwerke Kronach, Coburg und Kulmbach gemischt konfessionell, während Unterfranken überwiegend katholisch geprägt ist), schon gar in Sachen Bratwurst (mit oder ohne Majoran, auf Kiefernzapfen geröstet wie in Coburg mit 31 Zentimeter Länge oder mit sieben Zentimetern bewusst kurz gehalten als „Drei im Weggla“ in Nürnberg, die schon Dürer im dortigen Bratwursthäusle bei Sankt Sebald mit großem Genuss verzehrt haben soll) oder Mentalität (es macht bis heute einen Unterschied, ob die Betreffenden aus einer der vielen fränkischen Reichsstädte oder einem „preußischen“, weil hohenzollerschen Markgrafentum wie Ansbach oder Bayreuth oder einem geistlichen Hochstift und später dann Fürstbistum wie Würzburg-Mainz stammen).
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