Angiolo Mazzonis Architektur :
Vom Futurismus zum Faschismus

Von
Michael Schrott
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Das soll faschistische Architektur sein? Angiolo Mazzonis Postamt in Sabaudia entfachte eine Parlamentsdebatte.
Das soll faschistische Architektur sein? Angiolo Mazzonis Postamt in Sabaudia entfachte eine Parlamentsdebatte.Reimer Verlag/Katrin Albrecht

Der italienische Architekt Angiolo Mazzoni entwarf vor allem Bahnhöfe und Postämter. Die Ideologie seiner Auftraggeber kümmerte ihn dabei nur bedingt.

Das Wahrzeichen von Asmara, der Hauptstadt Eritreas, ist eine Tankstelle, „Fiat Tagliero“, und die sieht aus wie ein Flugzeug. „L’aeroplano“ wurde das Gebäude gleich nach der Fertigstellung 1938 genannt. Dreißig Meter Spannweite haben die „Flügel“, unter denen die Zapfsäulen waren, freitragend, ohne Stützen, und Architekt Giuseppe Pettazzi hatte seine Arbeiter mit vorgehaltener Pistole dazu gezwungen, die Gerüste darunter zu entfernen, denn die Leute fürchteten den sofortigen Einsturz dieser Dächer. Sie halten bis heute. Der faszinierende Bau eines Architekten, der sich als Vertreter des Futurismus verstand. Hatte doch 1934 der „Manifesto futurista dell’architettura aerea“ eine eben „fliegende“ Architektur verlangt.

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