Gescheitertes „DAU“-Projekt : Eine Wunde, die in der Zukunft liegt

Das Mauer-Kunstprojekt von Ilya Khrzhanovsky wird nach der Absage der Berliner Behörden nicht stattfinden. Damit verspielt die Hauptstadt eine einmalige Chance. Ein Gastbeitrag.
Der Brief, mit dem das Berliner Amt für Verkehrslenkung das Kunstprojekt DAU des russischen Regisseurs Ilya Khrzhanovsky wegen Sicherheitsbedenken abgesagt hat, ist formal betrachtet keine Absage. Er sagt vielmehr, dass, egal, wie viel noch getan wird, es nie ausreicht, damit das Projekt genehmigt wird. Gegen diese Form der Absage kann niemand Widerspruch einlegen. Man kann weiterarbeiten, aber innerlich wird sich das Projekt, so vermute ich, darüber entzweien. Ich spreche in eigener Sache, denn gemeinsam mit vielen Partnern wirke ich seit Monaten für das Zustandekommen von DAU. Aber ganz gleich, ob das Projekt stattfindet oder nicht – es wirkt bereits jetzt, indem es die Selbstbegegnung unserer Gesellschaft in Khrzhanovskys Werk in unerwarteter Weise filtert und klärt.
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