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Münchner Theater gegen die CSU : Wes Brot ich ess, des Stück ich spiel?

Kammerspiel-Intendant Matthias Lilienthal bei einer Protestaktion vor der CSU-Zentrale in München. Bild: SZ Photo

Die Münchner Theater haben einen neuen Gegner: die CSU. Ein vergessen geglaubtes Neutralitätsgebot wird seit Wochen debattiert – doch einer der Intendanten hat nicht mehr viel zu verlieren.

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          Von Sommerpause ist an den Münchner Theatern dieses Jahr nicht viel zu spüren. Die Abwesenheitsnachrichten sind eingerichtet, aber viele Theaterleute haben anderes im Kopf als Ferien. Die Münchner Bühnen haben wieder einen Gegner, an dem sie sich reiben können. Sie wappnen sich für die Endphase des Wahlkampfs – und weitere sprachliche Grenzüberschreitungen der CSU. „Ich werde an dem Thema dranbleiben“, lässt Matthias Lilienthal, Chef der Kammerspiele, aus dem Urlaub wissen.

          Elena Witzeck

          Redakteurin im Feuilleton.

          Es geht, wie oft im Theater, um die Schulung der Wahrnehmung. Ende Juli gingen Zehntausende Münchner gegen die Ausgrenzungsrhetorik verschiedener CSU-Politiker auf die Straße. Die Kommentare des CSU-Vorsitzenden und des Ministerpräsidenten zur Flüchtlingspolitik hatten der Stadtbevölkerung Anlass zur Überlegung gegeben, was für ein düsteres Bild da eigentlich von Bayern gezeichnet wurde. Neben mehr als hundert anderen Organisationen riefen auch Münchner Theatermacher, darunter die Intendanten des Volkstheaters und der Kammerspiele, Christian Stückl und Matthias Lilienthal, zum Protest auf. Beide stehen auf der Gehaltsliste der Landeshauptstadt. Martin Kušej, Intendant des großzügig finanzierten staatlichen Residenztheaters, machte nicht mit, solidarisierte sich aber mit den Kollegen.

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