FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);„Pippi Langstrumpf“ als Oper :
Kommt, jetzt machen wir alle mal ein Gewitter!

Von
Clemens Haustein
Lesezeit:
Devi-Ananda Dahm
Devi-Ananda DahmBarbara Braun

Fritz Wittenbrink hat aus „Pippi Langstrumpf“ eine Kinderoper gemacht. Die Uraufführung durch Dagmar Manzel an der Komischen Oper Berlin ist so liebevoll und hochkomisch, dass das Publikum jubelt.

„Liebe kleine Krummelus, niemals will ich werden gruß.“ Was am Ende des dritten Bandes von „Pippi Langstrumpf“ ein Wunschtraum ist (sind die Krummelus-Pillen, die die fröhliche Lügnerin aus Rio mitgebracht haben will, nicht doch einfach nur Erbsen?) – für die Figur der Pippi Langstrumpf scheint es solche Medizin (auf Langstrumpfisch: „Medusin“) tatsächlich zu geben. Pippi wird einfach nicht groß, sondern bleibt jung, frisch und nach wie vor aktuell ungezogen. Vor bald achtzig Jahren schrieb Astrid Lindgren das Buch, und immer noch verkleiden sich Mädchen mit feuerroten Zopfperücken und bunten Strumpfhosen. Immer noch bewundern die Kinder Pippi Langstrumpf für ihre Kraft und ihr Selbstbewusstsein, den Eltern, die das Buch vorlesen, sind Lindgrens Geschichten nach wie vor ein entschiedener Appell, Kinder in ihrer Selbständigkeit und Unabhängigkeit ernst zu nehmen.

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