Wettlesen um den Bachmannpreis : Gottesteilchen im Textbeschleuniger

Wenn Germanisten sterben, hinterlassen sie mehr W-Fragen als andere Leute: Was heißt das für die Reportageliteratur? Wohin mit diesen Figuren? Und wie wird der Auftritt einer Umstrittenen? Rückblick und Ausblick in Klagenfurt.
Wenn beim Bachmannpreis-Wettbewerb Texte gelesen werden, die ihre eigene Gemachtheit reflektieren, wird es oft brenzlig: So wie ja generell bei Metaliteratur der Verspieltheitsvorwurf fast reflexhaft kommt. Doch der Text „Recherche“, den Nora Gomringer auf Einladung des neuen Jurymitglieds Sandra Kegel (Literaturkritikerin in diesem Feuilleton), man muss es so sagen: zur Aufführung brachte, erntete erstaunlicherweise recht einmütiges Lob: Jurypräsident Hubert Winkels sprach von einem sehr gelungenen Hörspiel mit nur einer Instrumentalistin, Hildegard Keller fand ihn raffiniert abgründig und auch die Stimme Gottes darin, Juri Steiner sogar die von Physikern gefürchteten Gottesteilchen, und auch Klaus Kastberger, Stefan Gmünder und Meike Fessmann zeigten sich trotz einiger Einwände beeindruckt.





