Romanrezension : Ich ist ein Wanderer

Gewundene Wege, romantischer Blick, freche Schnauze: Tomer Gardis doppelter Identitätsroman"Eine runde Sache" bringt einen erfrischenden Ton in den Zugehörigkeitsdiskurs.
Eine Sache kann schief sein und doch rund wirken. Das Portugiesische hat mit „barocco“ sogar ein Wort für schiefrunde Perlen, deren Reiz gerade darin besteht, keine vollendete Kugel zu sein. In diesem Sinne ließe sich auch das Buch des in Berlin lebenden israelischen Schriftstellers Tomer Gardi als „runde Sache“ ansehen. So verschieden die beiden darin enthaltenen, in sich wiederum kreisförmig angelegten Erzählungen auf allen Ebenen sind, wirken sie doch wie verzerrte Spiegelbilder voneinander. Hier wie dort nämlich geht es um eine endlose Identitätssuche von Künstlernaturen, und insbesondere ein Motiv ist es, das dieses kuriose Prosa-Paar zur Perle rundet: das des Ewigen Juden.
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