FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Walter Ulbricht :
Stand er tatsächlich in einer Reihe mit Adenauer?

Von
Martin Sabrow
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Bis zum Schluss ein Kämpfer und der wichtigste deutsche Kommunist: FDJ-Mitglieder sitzen am Berliner Alexanderplatz und lesen in „Neues Deutschland“ vom Tod Walter Ulbrichts im Jahr 1973
Bis zum Schluss ein Kämpfer und der wichtigste deutsche Kommunist: FDJ-Mitglieder sitzen am Berliner Alexanderplatz und lesen in „Neues Deutschland“ vom Tod Walter Ulbrichts im Jahr 1973Sven Simon

Kommunist, Staatsmann und aktenfressender Apparatschik: Ilko-Sascha Kowalczuk beschreibt den Aufstieg Walter Ulbrichts bis 1945 als biographisch getönte Institutionsgeschichte.

In die gegenwärtige Renaissance der DDR im kulturellen Gedächtnis fügt sich eine neue Biographie des Mannes, der die Geschichte des deutschen Kommunismus stärker und länger als jeder andere geprägt hat: Walter Ulbricht. Von einstigen Weggefährten gern als „Genosse Zelle“ und „Professor Unrat der Revolution“ tituliert, der seine präzis funktionierenden Beamtenintrigen für machiavellistische Staatskunst hielt, sagte man ihm schon in den Weimarer Jahren eine eisige Aura der Unnahbarkeit nach oder gar ein „vor Bosheit steifes Gesicht“ (Gustav Regler). So ist er in die Geschichte eingegangen: ein humorloser Holzkopf von doktrinärer Härte, an dem selbst Heinrich Mann im Pariser Exil während der Volksfrontverhandlungen verzweifelte, weil er sich außerstande sah, mit einem Mann zu verhandeln, der plötzlich behaupte, dass der Tisch, an dem man säße, kein Tisch sei, sondern ein Ententeich.

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