Rainer Werner Fassbinder :
Hat es ihm im Grunde an Phantasie gemangelt?

Von
Bert Rebhandl
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Wollte Filme für das große Publikum drehen: Das Verausgabungsgenie Rainer Werner Fassbinder, hier mit Hanna Schygulla im Jahr 1970
Wollte Filme für das große Publikum drehen: Das Verausgabungsgenie Rainer Werner Fassbinder, hier mit Hanna Schygulla im Jahr 1970Picture Alliance

Ein Regisseur als „missing link“ zwischen den Epochen: Der britische Musikjournalist Ian Penman nähert sich Rainer Werner Fassbinder in Notaten.

Die Geschichte der populären Kultur vollzieht sich in wilden Sprüngen, die bei näherem Hinsehen in unerwarteten Choreographien aufgehen. Nehmen wir das Beispiel Punk. Ein junger Mann mit Stachelhaaren drischt auf ein Instrument ein, das er nicht wirklich spielen kann. Im Publikum tanzt man Pogo. Trotzdem lassen sich Text, Song, Frontmännerei, das ganze alte Zeug, nicht vollständig vermeiden. In irgendeinem Keller in London gab es vielleicht in den Siebzigerjahren einen Moment, der tatsächlich Punk war – es gehört zu seinem Wesenskern, dass er nicht überliefert wurde. Und die Sex Pistols? Sind die schon Post-Punk? Und nun eine Königsfrage: Kann „Die Ehe der Maria Braun“ von Rainer Werner Fassbinder, ein Kostümfilm aus der mittleren Bundesrepublik, auch Punk sein?

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